es nicht zu erringen, die menschliche Ohnmacht hatte sich er-wiesen. Der menschliche Staat in seiner Vollendung, ohneden göttlichen Stützpunkt, gebiert die ärgste Knechtschaft beiVernichtung aller Freiheit des Einzelnen dem Staate gegen-über. Ob einer oder alle hier herrschen, das ist gleich, demStaate gegenüber sind sie alle doch Knechte. Alle besseren Hei-den sehnten sich nach einem andern Dasein.
Vierundzwanzigstes Kapitel.
Die Juden unter den Römern.
Die Verbindung von Rom mit Jerusalem brachte auchden Juden ihr Elend recht vor Augen, daß auch. sie erkenneten:Die Zeit ist ersüllet. Fromme Seelen hofften den Messiasnoch zu sehen, und ihr Gebet stieg in der Noth brünstigerzum Himmel, daß es dem Himmelreich Gewalt anthat.
Das heidnische Rom setzte den Sohn des Antipater, denHerodes, einen Edomiter, zur Schmach der Juden an ihre Spitze,Herodes legte sich den Namen König bei, den Juden eine neueKränkung: nur der kommende Messias sollte ihr König sein.Das Heilige ward durch den Unheiligen entehrt. Herodes, umsich dem Volke zu nähern, nahm zur Gemahlin Mariamneaus dem Geschlechte der Maccabäer. Doch diese Verbindungward zum großen Verderben. Herodes mordete in seinem Ver-dachte Mariamne, seine Kinder von ihr, und alles was zumGeschlechte der Maccabäer gehörte. Vergebens suchte dannder Blutige durch äußerliche Nützlichkeiten und den prächtigenAusbau, des Tempels zu Jerusalem zu versöhnen, er bliebverhaßt, denn zu Gott wandte er sich nicht in Reue zurück.Und als unter ihm der Herr der Herrlichkeit in Menschenge-stalt erschien und die Engel sangen: Ehre sei Gott in der Höh'und den Menschen ein Wohlgefallen, da blieb Herodes ver-stockt wie sein Stammvater Esau, er. suchte nicht die Gnade.Das Heil, obschon von den Weisen des Morgenlandes ihmverkündigt, stieß er zurück, ja er trachtete in den Kindern zuBethlehem den Heiland zu morden. Doch die Gerichte Got-tes offenbarten sich schon hienieden vor aller Welt an demHerodes, er ward lebendigen Leibes von Würmern verzehrt,allen ein Ekel.