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Umriß einer christlichen Weltgeschichte / von Friedrich von Maltzan
Entstehung
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empfänglich für Hohes wie für Schönes im Christenthum, wieihre herrlichen Kirchenbaue bezeugen. Die Normannen um-kreisten Europa mit frischem Leben, und selbst nicht lange erst'Christen dienten sie in jugendfeuriger Hingebung dem Herrn.

Damals auch setzte Herzog Wilhelm von der Normandienach England über, und erkaufte sich dessen Krone in derSchlacht bei Hastings, 1066. Das neue Königsgeschlecht, denndie Plantagenets schloffen sich ihm völlig an, wendete für Jahr-hunderte England in Gestaltungen um, die es aus seiner in-sularischen Theilnahmlosigkeit herausrissen, und in EuropasVerhältnisse für immer lebendig verflochten.

Fünftes Kapitel.

Die Juden.

Wie große Schaaren der Juden auch je schon vor derrömischen Zerstörung Jerusalems, in die Fremde gedrängtwurden, nirgend hatten sie eine solche Heimath gesunden, daßffe nicht überall Fremdlinge blieben, nie der herrschende Stammgeworden waren. Seit dieser Zerstörung Jerusalems war esden Juden noch weniger anders ergangen. Das gelobte Land,ihnen von dem Herrn so gnadenvoll verheißen, sollte immerihre wahre Heimath bleiben. In leiblicher und geistiger Ent-wickelung hatten sie dort erreicht, was nie weiter einem Volkezu Theil geworden, in Gesetz und Gesetzesleben im Staate,und in der Kirche bis auf Christum, in der Gemeinschaft mitdem erwarteten Erlöser. Die Völker der Heiden sahen wirihre, nicht Gottes Wege gehn, und sie blühten eine Weile,dann wie die Blume des Feldes wurden sie abgemäht undverdorrten. Israel versuchte auch seine eigenen Wege; thates aber Buße, so ward ihm wieder seine einzige Heimath einegesegnete. Israel hat eine Herrlichkeit gehabt, es weiß, derWeg dazu ist stets nach der Verheißung offen, aber freilichnicht den alttestamentlichen Juden, sondern ihnen, als neutesta-mentlichen Christen. Drängen alle Heiden als Christen demhimmlischen Jerusalem entgegen, so nehmen wir daran ab,was das irdische Jerusalem den Juden gewesen ist und seinkönnte. Aber Israel ist verstockt und folgt seinem, nicht Got-tes Willen. Doch wie zur Reise nach dem gelobten Lande

v. Maltzan's christl. Weltgeschichte.

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