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Umriß einer christlichen Weltgeschichte / von Friedrich von Maltzan
Entstehung
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Mischung in beide Herzogthümer, an Oestreich und die MarkBrandenburg., deren Herrscher solche einstweilen inne gehabt,besondere Vorrechte kaiserlich ertheilt wurden,. welche für diespätere Macht beider deutschen Staaten den ersten Grund gaben.Die schwäbischen Kaiser vollendeten das von ihren fränkischenVorgängern erzielte Werk, innerhalb Deutschland die eigen-thümlichen Volksstämme durch neue mächtig heranwachsendeHerzogthümer nicht wieder anseinandersahren zu lassen, sieschwächten diese Herzoge, und stellten ihnen Oestreich im Südostund Brandenburg im Nordost zur Grenze als Wache gegenAußen, und als Zusammenhalt 'gegen Innen. Denn dieVölker, welche in beiden Landen wohnten, waren ein Misch-lingsvolk, willig mehr. aufzunehmen, als sich abzusondern unddie besondere Staatseigenthümlichkeit zu schützen. In dieserSache sind die fränkischen und schwäbischen Kaiser Bildner deswerdenden Deutschlands.

Die Großartigkeit eines Krenzzuges, wo Hunderttauscndesich um den Kaiser schaarten und Philipp August, FrankreichsKönig und Richard Löwenherz, Englands König, mit ihrenVölkern sich anschlössen, ergriff Friedrich. Er hatte schon mitseinem Oheim den früheren Krenzzug mitgethan, doch belehrteihn dies nicht, wie fast rmüberwindlich der Landweg sei. Sol-chen Mann reizten die Gefahren, und freilich muß jederMensch durch Kampf zum Siege. Aber Friedrich erreichte auchdurch glänzende Siege nicht sein Ziel, er ertrank in dem asiati-schen Flusse Saleph 1190, und als wenn das deutsche Volk dasUnvollendete alles Strebens dieses Kaisers erkannt habe, ver-breitete es die Sage: Friedrich Rothbart erwarte in dem Kiff-häuser Berge träumend eine andere Zeit; als sei er nicht zurRuhe der Seligen schon eingegangen.

Sein Sohn Heinrich VI., bereits deutscher König, trugdie Kaiserkrone bis 1197. Durch seine Gemahlin Constanzeüberkam er das ganze normannische Erbe -in Neapel und Sin-ken. Ein Held und Dichter, war Heinrich kühn in seinenEntwürfen, die Kaiserkrone in seinem Geschlechte erblich zumachen, Italien völlig mit Deutschland zu vereinigen, ja dasgriechische gleich zu erobern, um von dort das heilige Landzu befreien. Das Wort Gottes wollte in ihm wachsen, aber

v. Maltz an's christl. Weltgeschichte.

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