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Vierter Abschnitt.
Die Völker sondern sich in ihren Sprachen, damitder Herr in jede als das Wort eingehen kann.
Die Sehnsucht nach Christo hatte die Völker hingezogen,leiblich zu dem heiligen Grabe, geistig in tiefe Grübeleien derScholastik; und die es redlich gemeint, brachten die Verheißungzurück: der Herr werde sich finden lassen. Der Herr, das Wort,wollte aber in eines jeglichen Volkes Sprache als heiliges Worteinkehren, und so sollte jedes Volk seine Sprache schmücken,wie Jerusalem beim Einzüge mit Palmen, um Ihn zu empfan-gen. Die Sprache wird erst zu einem Sprachschatze, wenn dieZustände und Gedanken sich reich entfalten. Die Zeit solcherEntfaltung ist nun voll Lebensregnngen und darin zeichnen sichdas. 13. und 14. Jahrhundert aus.
Was bisher das Abendland verbunden hatte, erst die rö-mische Macht, dann die Völkerströmnngen, ferner die päpstlicheund kaiserliche Gewalt, löste sich allmälig ab, der wiederge-bärenden Herrschaft Christi Bahn zu machen. Die Völkersonderten sich völlig, daß sie sogar feindselig ^das Fremde aus-schieden. Daher wird die Geschichte dieser Zeit die Völkereinzeln in ihrem Absonderungsgange betrachten.
Erstes Kapitel.
Italien.
Wenn man Italien anschaut, wie es umgeben von denunsernen reichen Küsten des Mittelmeeres lang in die See sichhinausstreckt, und welchen lockenden Anblick es stn der Fülleder schönen Natur den wandernden Völkern darbietet, wenn siemühsam die Alpen erklommen, da wird man begreifen, daßhier fortdauernd neue Kräfte thätig blieben. Seit dem Ein-bruch der Westgothen, Anfangs des fünften Jahrhunderts, biszu der Zeit der Longobarden, 568 n. Chr. hatte das Zuströ-men der Einwanderer nicht aufgehört. Alle Germanen vor den