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Umriß einer christlichen Weltgeschichte / von Friedrich von Maltzan
Entstehung
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sein Großvater 1462 dahin verloren hatte. Die Ehe mitSabine schob Ulrich bis 1512 fort, dann inUnmuth über die-selbe, und verlockt von der stolzen Frau zur Pracht, stürzte erstch in Schwelgerei und Schulden. Um Geld zu schaffen,drückte Ulrich seine Unterthanen so hart, daß ein Auffuhr derarmen Leute ausbrach, der das ganze Land ergriff, und derKaiser bei der Verwirrung einschreiten mußte. Es ward end-lich der Tübinger Vertrag am 8. Juli 1514 zwischen Herzogund Unterthanen vermittelt, wo Prälaten und Ritter, ihrealten Rechte, nur allgemein bezeichnet, versichert erhielten, dieBürger aber und auch die Bauern entschieden berechtigt wur-den. Denn allen wurde verheißen für Leib und Leben einfreies Gericht, und die Freiheit, mit den Seinen beliebig außerLandes zu ziehen, und hiermit ward auch der Geringste einfreier Mann, wie bisher nirgend sonst in Deutschland. Eigen-thümlich vorweg bedingen die Schwaben (Schweifenden) un-gehindertes Wegziehen, und glauben sich damit erst freieMänner. Steuern dürfen nicht erhoben werden, Krieg ist nichtzu führen, ohne der Landstände Einwilligung, und wiedererhielten die Städte Stuttgart besonders und Tübingen dasRecht, aus einen Landtag zu dringen. Hier ward die Grund-lage der wichtigen Verfassung Würtembergs versestet. Dafürübernahm das Land 800,000 fl. Schuld.

Leider mußten die Bauern doch mit Gewalt bezwungenwerden, denn sie trauten der Schrift nicht, weil der Herzogsein altes Prassen fortsetzte. Da verübte Ulrich in argem Ver-dacht der Untreue seiner Sabine die schwere That an Hansvon Hütten 1515. Auf der Jagd lockte er ihn allein, forderteihn zur Gegenwehr aus und stieß ihn dann nieder.. An derSpitze des Geschlechts stand der berühmte Ulrich von Hütten,seine Schriften entzündeten ein verderbliches Feuer über denHerzog. Als die Herzogin dann, noch nicht lange Mutter ge-worden, zu ihrem Bruder 1516 floh, da vereinigte stch auchder Kaiser gegen Ulrich. Ulrich fand. zwar ab und an Gnade,aber neue Grausamkeit gegen alte Landesdiener, neuer Bedruck,wo er es vermogte, verwirkten ihm endlich das Herzogthumunter Carl v„ der 1520 seinen Bruder Ferdinand als Reichs-statthalter einsetzte. Ulrich versuchte mehrere Mal sein Land zu