Schwager, der jüngere Osiander bis zu seinen Urenkeln hinab,kräftigten, wie ein Geschlecht Aarons, eine geistliche Macht inder lutherischen Organisation über das ganze Land, und eshalf hier die Glaubenstreue der Fürsten, welcher sich freilichauch der Ehrgeiz, das reinste Lutherthum zu bewahren, bei-mischte, daß solche geistliche Macht besser gegen einzelne eigen-willige Herzöge Stand hielt, als es der ständische Ausschußvermogte. Herzog Ludwig starb 1593 kinderlos, und so war dertreffliche Christoph nicht berufen ein Ahnherr des herrschendenStammes zu werden-und man spreche: Alles ist Gottes Gnade!
Wie wenig der ständische Ausschuß und selbst der Landtag,wo allein Prälaten und Städte erschienen, die Rechte desLandes schirmten, zeigte sich bald unter Herzog Friedrich, demSohne des Grafen Georg, dieses jüngsten Bruders HerzogUlrichs, der nunmehr 1593 zur Herrschaft gelangte. Friedrich,heftig, herrisch, weitstrebend, aber auch wohlerfahren, und ge-schickt Menschen zu behandeln, ließ sich ziemlich gewaltsamhuldigen, ohne die Gerechtsame des Landes zu bestätigen, erverlangte das Herzogthum, wie es sein Großoheim Eberhard II.unbeschränkt besessen. Daneben verlangte er Schuldenbezahlungund Sold für Kriegsvolk, statt Naturaldienst und Unterhalt.Der Landtag sträubte sich, doch Friedrich zog auch Abgeordneteder Aemter hinzu, sehte die kühnsten. Prälaten ab, trat selbst-eigen dem Landtage derb entgegen, kurz erhielt was er be-gehrte, Geld und Eigenmacht, theils Oestreich wegen derunerträglichen Dasallenschast abzufinden, theils inanche Besitz-ankäufe zu decken, theils sich zu rüsten bei den Gefahren,welche die Acht gegen Donauwörth herbeizogen. Ehe Friedrich1608 in seinen Gewaltschritten weiter ging, starb er, und seinin alter Weise des Hauses gelassener Sohn, Johann Friedrich,ließ die alten Diener und Zustände wiederkehren, wo denn dochden Unterthanen ohne fürstliche Eigenmacht besser zu Muthe war.
Leider forderte der Herzog auch oft Geld, da er beschwer-liche Familienabfindungen hatte, nebenbei nicht sorgsam haus-hielt. Die Abneigung gegen die Union, die doch nur dencalvinischen Ansichten der Pfalz dienen sollte, trat durch die wie-derum geltenden Theologen in's Licht; der Herzog wandte sichzwar nicht ganz ab, that aber nichts förderlich. Und als es