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Umriß einer christlichen Weltgeschichte / von Friedrich von Maltzan
Entstehung
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Sechstes Kapitel.

Braunschwetg.

An der Niederelbe nnd Weser, vom Harz herunter, hatsich der deutsche Stamm der Sachsen festgesetzt, von wo ausunter Hengist und Horsa 449 n. Chr. beginnend eine Ueber-siedlung nach England erfolgte, die hier zu einem mächtigenKönigthum und zur Erneuerung des Volksstammes gedieh.Ein Zusammenwirken Englands mit den reingermanischen Stäm-men ward damit bereitet.

Das altsächsische Fürstengeschlecht erlosch in seinem Man-uesstamme mit Kaiser Lothar H. 1137, dessen einzige TochterGertrud gab ihrem Gemahl, dem Welsen Heinrich dem Stolzen,ihr ganzes Erbe zur Mitgift. In Italien blühten lange schondie Markgrafen von Este, sie hatten dann die Güter der Wel-sen in Schwaben erheirathet, und setzten so dies erloscheneGeschlecht fort. In Schwaben verloren diese neuen Welsenihr Besttzthum in dem Streit mit Hohenstaufen, aber in Sach-sen erhielten sie sich ein Stammgut, wo die Stadt Braun-schweig den Kern bildete. Wie hoch die Macht Heinrich desStolzen unter Kaiser Lothar gestiegen war, daß er das Her-zogthum Baiern und Sachsen zusammen empfing, desto schnellerstürzte sie mit seinem Tode 1139 zusammen, daß nur dieTreue der sächsischen Lehnsleute dem unmündigen Sohne Hein-rich das mütterliche Erbe rettete. Indessen wurden die Hohen-staufen ausgesöhnt, Heinrich trat Baiern ab, und erhielt dasHerzogthum Sachsen 1142. Da kam die Zeit neuer Begei-sterung für Jerusalem, durch den heiligen Bernhard entzündet;auch Kaiser Konrad III. nahm das Kreuz 1147. An Heinrichsvon Sachsen Länder grenzte das mächtige heidnische Wenden-volk, dahin rief es ihn, für Christum zu streiten. Heinrichsammelte alle benachbarten Christen, auch Dänen und Polenzu seinem Heere, und nun begann sein schwerer Beruf Nord-albingien bis zu der Oder hin, zum Christenthum zu führen.Wo das siegende Schwert den Pfad eröffnete, da folgte baldnach, sowohl geistliche Pflege durch Bisthümer und Klöster,