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Gerade was er nicht wollte, jene Lehre ist hier eine festelutherische geworden. Sonst erweiterte er seine Lande durchdie Grafschaften Hoya und Dippolz. Sein Sohn HeinrichJulius t 1613 ein gelehrter, guter Fürst, der den Besitz vonBlankenburg erwarb, und seine Enkel der friedliebende Frie-drich Ulrich als Herzog, und der thörigt kühne Administratorvon Halberstadt Christian, beschlossen diesen Welfenzweig 1634.Dem armen Friedrich Ulrich half es nichts, eine Friedens-stellnng im dreißigjährigen Kriege zu versuchen. Die Kaiser-lichen verheerten sein Land, nahmen dies, gewannen hildes-heimische Aemter, und der Herzog mußte sich den Schwedenanschließen. Ueber ein neues Unglück nach der Schlacht beiNördlingen, starb er weg.
Drei ansehnliche Welsenstämme waren in der Reforma-tionszeit verdorrt, das Haus Lüneburg grünte nur allein inden Nachkommen Ernst des Bekenners, des vertriebenen Hein-richs Sohn. Ernst verwaltete das Land nach seines unglück-lichen Vaters Flucht, und wandte sich und sein Land seit1524 dem währen Glauben so freudig-zu, daß ihn die Zeitden Bekenner nannte, wohl zum Unterschied, daß die Mengeder Welsen sich verstockte. In seinen beiden Söhnen er-wuchsen 1546 die fortdauernden Stämme in Heinrich f 1598für Braunschweig und in Wilhelm st 1592 für Hannover.Beide erlebten das Elend des dreißigjährigen Krieges nicht.Doch Wilhelm im Sinne seines Vaters sicherte noch die Gleich-heit in Kirchensachen durch seine Kirchenordnung, für diespäteren Zeiten, wo das Hans der Welsen so oft von derreinen Lehre abirrte. Die schwere Zeit des dreißigjährigen Krie-ges fand allhier andere tüchtige Männer. Denn HeinnchsSohn August war nicht blos ein gelehrter, sorgsamer Fürst,der schon mit anfänglich kleinen Mitteln zu Hitzacker eineSammlung von 80,000 Büchern herbeischaffte, die er späternach Wolfenbüttel übersiedelte, sondern es wohnte ihm die be-sondere Gabe bei, friedlich zu vermitteln. Und es gelang ihmmit seinen Vettern sich wegen des Erbes Herzog FriedrichUlrichs zu vergleichen, woraus der fernere Bestand der LänderBraunschweig und Hannover hervor ging; auch mit dem Kaiserbeseitigte er den Streit wegen Hildesheim. Er starb 1666.