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ter ihm und seinem Sohne Carl l. die Römischen öfter dieWiederkehr versucht hatten und wenigstens die bischöflicheKirche gebrauchten, einen Uebergang zu bilden, so wuchs da-neben unter der schwachen Herrschaft die Macht der Puritaner,aus Genss Schule hervorgegangen. Der presbyteriauische Re-pnblikanismus steigerte sich bald zu der' strengsten Partei derJndependenten. Politisches und Religiöses vereinigte sich imKämpft. Die Gerechtigkeit dieses Kampfts ward aber in Fluchverkehrt, weil in kirchlichen Dingen statt srüher die königlicheMeinung, jetzt eine Parteimeinung waltete, und nicht alleindas Wort Gottes. Der Kampf ward ein gewaltiger, ein blu-tiger, wo, o des Greuels! zuletzt das Blut des Königs Carl l.floß 1649. Cromwell, siegreich an der Spitze des Heeres, wo-rin die Jndependenten vorherrschten, ward Protector des ganzenJnftlreiches mit völliger Gewalt. Kehrte nun zwar nach Crom-wells Tode und durch seines Sohnes Unkrast 1660 der StuartCarl II. als-König zurück, und gewann die bischöfliche Kirchewieder den Vorzug, und neigte sich dann der Nachfolger KönigJacob ll. bis 1688 selbst völlig zum Romanismus, so mußman doch anerkennen, daß die sittliche Strenge der Puritanergünstig auf die fortan herrschende bischöfliche Kirche einwirkte.Letztere bewahrte einen gläubigen Gegensatz aus der alten Kircheneben den Puritanern, empfing aber von diesen die sittlicheTieft, welche der römischen Kirche immer mehr gebrach. Andieser Berührung jener kirchlichen Elemente erwuchs die neueStaatsverfassung Englands. Die Verbindung der Kirche unddes Staats ist hier die Basis der Zustände, welche man so oftals Muster erstreben wollte. Die Kirche hat stets in allen Thei-len des Jnftlreiches großen Einfluß geübt, sie schützte in Eng-land selbst das geringe Volk,, die Sachsen, in Irland die altenScoten, und in Schottland ist jetzt die freie Kirche fast eineStaatsentwickelung.
In den rein germanischen Stämmen an der Nordsee, inHolland hatten sich alle Stände bürgerlich frei gerungen, undsie sollten, indem sie für ihre Erhaltung öfter zu kämpfen fan-den, auch für die Freiheit anderer Länder kämpftnd eintreten.Doch war ihre Freiheit mehr eine äußerliche als eine innere,denn sie brachten in ihren vielen Colonien den Ureinwohnern