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Ansprüche zn erheben. Dies führte fortan zu den verheerend-sten Kriegen; kein Fürstenschloß blieb unzerstört, ganze Städtewurden angezündet, die ärgste Verwüstung war überall. Er-kannten da die Markgrafen von Baden ihre Rettung in denHülfsmitteln einer großen Macht, so widmeten sie sich demKriege fast ausschließlich und bis zum Heldenruhm. MarkgrafWilhelm, aber zumal sein Sohn Wilhelm Leopold und dannder Enkel, Ludwig, haben Theil an den schönsten Siegen Oester-reichs; und die Schlacht bei St. Gotthardt in Ungarn 1664.worin die Türkenmacht zuerst gebrochen ward, ist zugleich einSiegesdenkmal der Markgrafen von Baden. Ludwig starb1707 mitten im Siegeslauf. Sein minderjähriger Sohn warddurch Erziehung und Neigung ganz dem Frieden zugewandt, wiein aussterbenden Geschlechtern, (und er war der letzte Markgrafvon Baden-Baden), es sich als göttliche Gnade offenbart, daßdie letzten Nachkommen in Frieden dahinscheiden, 1771.
Das Haus Baden-Durlach nährte gleichen Kriegersinn;daneben waren alle diese Fürsten wahre gütige' Landesväter.Leider aber die Bildung, welche die Markgrafen vorzugsweiseaus Frankreich holten, näherte in ihnen die damalige philoso-phische Richtung. In Baden-Baden herrschte die römischeKirche; kein entschiedenes Lutherthum hielt die Wage. Undwenn die lange, so milde Herrschaft des Markgrafen Carl Fried-rich, von 1738 an, 70 Jahre hindurch, zuletzt die Unterthanenin unkirchliche Gesinnung verfallen ließ, so muß man denGrund in der kirchlichen Gleichgültigkeit der Fürsten suchen.Der Friedensschluß 1802 hatte Baden schon durch die diessei-tige Pfalz vergrößert und zum Churfürstenthum erhoben. Diefranzösische Uebermacht nöthigte es dann, sich Frankreich durchden Rheinbund anzuschließen, es ward ein Großherzogthumund vereinigte alle noch deutschen allemannischen Lande gegen-über den französischen Allemannen, als solle es dazu in tiefereBeziehung treten. Leider nur hatte das Fürstenhaus seinenlutherischen Glauben in der Union dahin gegeben und somitsich und seinem Volke die Lebensflamme entzogen. Der alteStamm der Markgrafen starb 1830 aus. Ein für ebenbürtigerklärter Sohn des Großherzogs Carl' Friedrich begann einneues Geschlecht für die glaubenlose Zeit.
v. Maltzan's christl. Weltgeschichte.
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