L. 2. Gesch. d. Reformation. 1517- 8 Z
Mittel anwendbar waren, mußten die Zeitum-stände bestimmen. In so fern mußte also dieGesellschaft mit dem Zeitalter fortgehen, und sichausbilden und umbilden; aber, von ihrem Haupt-zweck gefesselt, konnte sie es nur bis auf einengewissen Punkt. Es lag in ihrer Natur, daß sieeinst entweder allmächtig werden, oder ver-nichtet werden mußte; das Erste, wenn sie denProtestantismus vernichtete; das Andere, wennder Protestantismus (im obigen Sinn) den Siegerrang; denn kein Friede oder auch nur Waffenstill-stand war hier gedenkbar. Aber ehe sie zu Einemjener Ziele kam, hatte sie eine große Laufbahnzurückzulegen. Darf also die Länge und der Um-fang ihrer Thätigkeit befremden? Auch ihre Ein-mischung in die Politik war an sich nur Mit-tel zu jenem Zweck; ein zwar nothwendiges, aberfür sie selbst gefährliches Mittel, weil Conflictemit den Regierungen unvermeidlich waren, sobaldsie die Herrschaft über die Meinung verlohr, derauch die Fürsten unterworfen sind. Durch allechristlichen Länder, theils sichtbar, theils unsicht-bar verbreitet, ward sie ein Band, daß das Ganzedes Europäischen Staatcnsystems umschlang; wirk-sam nicht bloß für das Einzelne, sondern für dasGanze. Was sie, und wie viel sie jedesmalwirkte, ist schwer, oft unmöglich zu bestimmen;
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