142 I.Per. I. Th. Gesch. d. südl. Eur. Staatensyst.
lange vorbereitet, als äußere Ursachen ihn beschleusrügten. Jene lagen im Allgemeinen in der gesun-kenen Moralität, mit welcher unter den hohemClassen der Heldengeist und Patriotismus erstürben,und Habsucht und Liederlichkeit, die in Indien biszur Schamlosigkeit gieng, den PortugiesischenNahmen dort zum Abscheu machten. Da jedernur sich bereichern wollte, kam es dahin, daß In-dien dem König mehr kostete, als es einbrachte.Allerdings lagen aber auch in der Organisation derVerwaltung Mangel, welche den Verfall beschleu-nigten.
Die Hauptmangel der Portugiesisch-Indischen Admini-stration scheinen folgende gewesen zu seyn. 3. Der öftere,wenigstens dreyjahrige, Wechsel der Vicekönige; womit ge-wöhnlich zugleich ein Wechsel der mehrsten Beamten ver-bunden war. So wurden also die Stellen dreyjahrigePfründen. l>. Die allmählig immer größer werdende Be-schränkung der Macht der Vicekönige; theils durch den,ihnen zur Seite gesetzten Rath; theils durch die Thei-lung in drey unabhängige Gouvernements Monomotapa,Indien und Malacca, durch König Sebastian, e. Der denCivil- und Militairbedientcn freystehende Handel, der inMonopole ausartete, die oft sehr drückend waren. 6 . Dieschlechte Justiz; ganz nach der im Mutterlande geformt.Das höchste Tribunal (UeIa;Lon) sprach, mit wenig Aus-nahmen, in letzter Instanz, s. Das Uebergewicht der Geist-lichkeit, die durch ihre Reichthümer Alles an sich zog;und der Zwang der Inquisition, die nirgends strengerals in Goa war.
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