2. Veränd. d. einz. Hptst. d. w. Eur. --1786. 479
durchgesetzt werden; wie wären, bey dem Verhält-niß Oestreichs und Preußens, größere möglich gewe-sen? Trauriges Schicksal der Völker! Das Ver-derblich ihrer Verfassungen geht selbst aus dem Glückhervor; und diejenigen, welche bessern sollen, sind»leider! selbst gewöhnlich am meisten bey dem Ver-derblich interessier!
6. P r e rr ß e n.
27. Die Preußische Monarchie, vonFriedrich II. in den Rang der ersten Mächte geho-ben, ward beynahe verdoppelt an Umfang undVolkszahl; aber die Grundlage der innern Organi-sation, schon von dem Vater gemacht, und mitihr der innere Charakter dieses Staats, blieb derHauptsache nach unverändert. Friedrich erweiterte,verbesserte; aber er stürzte die alten Grundeinrich-tungen nicht um.
28. Die Verfassung dieses Staats, mitAusnahme von ein paar Nebenländern, war reinautocratisch; nicht ständisch, wie Deutsche Sit-te es will. Lag darin, oder in dem mannigfalti-gen Zwange, der Grund, weshalb sie, wenn auchnoch so sehr gepriesen, doch im Auslande so we-nig geliebt war? Doch hatte die Autokratie man-ches modificirt; und der willkührlichen Gewalt in
der