§64 !l.Per.G.U. Gesch. d. ndrdl.Eur.Staatensyst.
Z7. Die Anlage einer Seemacht aufdem schwarzen Meere war die nächste Folge dieserfriedlichen Eroberung. Wer hätte jeßt nicht schondie Ausführung des HauptprojectS erwartet? Abernicht bloß der Flottenbau kostete Zeit; auch dieZwischenvorfälle des Westen, der Bayrische Euercessionskrieg, der Fürstenbund n. a. erlaubten keineUebereilung. Ueberhaupt aber schien das ganzeSpiel der politischen Verhältnisse des Norden fastalte Berechnungen zu täuschen, weil es durch per-sönliche Zusammenkünfte der Fürsten so häu-fig bestimmt ward. Wen zog Catharina's glänzen-der Hof, Und noch mehr sie selber, nicht an? KamFriedrich nicht selbst, so sandte er bald sein - zwey-tes Ich, seinen Bruder Prinz Heinrich, bald sei-nen Thronerben. Gustav IH. zeigte den Glanzseines Genies ; Joseph II. kam zu sehen; für Starnislaus Poniatowsky war erst eine spätere Reiseaufgespart! Die Zusammenkünfte so geistvoller Für-sten konnten nicht ohne Folgen seyn; aber gewißwaren sie selber nicht im Stande, diese Folgen imvoraus zu berechnen.
Es ist für die Geschichte der Politik wichtig, die Zeit-punkte dieser. Zusammenkünfte zu bestimmen. Prinz Hein»rich's erste Reise 1771. Folge: die erste Polnische Thei-. lnng. Die, zweyte: 1776. Folge: befestigte Verbindungmit.Preußen durch die zweyte Vermählung des Russische»Thronerben. — Ob auch schon das Project einer neue»
.Theilung Polens? — Ankunft Gustay's ni. 1777. §»l-