Vorwort
Bei der neuen Bearbeitung eines Buches, das vor bereitszwanzig Jahren, in manchem Betracht als eine Jugendarbeiterschien, stellte sich die Aufgabe von selbst als eine vielfacherweiterte, veränderte, neue. Es galt nicht nur, die seitdemerwachsene Literatur zu verwerthen, obwohl auch diese vondeutscher wie von italienischer Seite beträchtlichen Zuwachserfahren. Nicht minder nöthig war es, diejenigen Materien,bei denen ich mich einst mit einer bloßen Skizze begnügenmußte, voller zu ihrem Rechte zu bringen, die humanistischeGedankenwelt nicht nur in den großen Strömungen, auch ausmanchem Seitenwege und in reicherem Detail darzulegen. Vorallem aber war es mein Bestreben, die Thatsachen und An-schauungen aus den wirklichen und reinen Quellen selbst zugewinnen, auch in kritischen Fragen nicht an die hergebrachtenThesen eines Tiraboschi und anderer gebunden zu bleiben undnach Kräften an der Wegschaffung eigentlicher Fehler zu arbeiten.Den früheren Gang der Darstellung habe ich im ganzen bei-behalten, weil ich keinen anderen fand, auf dem neben denliterarischen Leistungen der Humanisten auch die typischen Per-sönlichkeiten und ihre Gruppenbildung ins Licht zu treten