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IV. Antonio da Rho.
den wir oben erzählt, um bei König Alsonso eine Stellung zu ge-winnen, kehrte aber enttäuscht von Sicilien aus im Januar 1433nach Mailand zurück. Jetzt erst trat er in ein dienstliches Verhältnißzum Herzog.') Er erlangte dann auch den Lehrstuhl seines Vaters/)1442 aber wurde er Sekretär oder Kanzler des Herzogs/) ein Mann vonEinfluß und Ansehen, zu Gesandtschaften verwendet und bis zum TodeFilippo's in dessen Dienst. Der Wissenschaft scheint er sich freilichmehr und mehr entschlagen zu haben. Außer dem Commentar zurGöttlichen Komödie, den er auf Befehl des Herzogs, und zwar intuscischer Sprache abfassen mußte H, hat er überhaupt nur Briefeund Reden geschrieben, in denen die Schule seines Vaters unverkenn-bar ist.
AIs der junge Guinisorte bei der Bewerbung um die Schul-professur dem Franciscaner Antonio da Rho — aus diesem Fleckenbei Mailand stammte er — weichen mußte, traf die Wahl des Her-zogs ohne Zweifel einen viel gelehrteren Mann. Bruder Antoniowar vor allem Theolog, aber er war auch ein gründlicher Gramma-tiker und mit der heidnischen Literatur wohl vertraut. Von seinemLehramt, um das sich auch der Herzog nicht kümmerte, hören wirwenig; es scheint überhaupt, daß die Lateinschule für den jungenAdel nicht recht emporkam. Aber die Schriften des Franciscanerserregten durch die Wahl eigenthümlicher Stoffe damals nicht wenigAussehen.
Im Jahre 1443 veröffentlichte er seine „Drei Dialoge überdie Irrthümer des Lactantius", die er Papst Eugen IV dar-brachte, Freundesgespräche nach dem beliebten Vorbilde Cicero's, indenen fast nur Weltkinder auftreten, mailändische Juristen wie Nic-colo d'Arzimboldi und Guarnerio da Castiglione, Humanisten wieCandido Decembrio und Francesco Barbaro. Indem der Verfassersich selbst wie einen bloßen Zuhörer einführt, wahrt er sich vorsichtig
') In einem Briefe sä. k'urietto p. 92 giebt er sich den Titel Irrealis vi-earius Zensraiis. Was das bedeutet, weiß ich nicht. Aber viel kann es nicht ge-wesen sein, wenn ein Sekretariat als wesentliche Erhöhung angesehen wurde.
2) Seine Antrittsrede datirt vom 17. Januar 1435.
3) Das sehen wir aus den Briefen des Aeneas Sylvius an ihn und denErzbischof von Mailand vom 5. December 1442 und 10. Juli 1443 wie den Ant-worten des Erzbischofs vom 4. Februar und Guiniforte's vom 19. November 1443.
4) Oiatt. st Lprstt. sä. I'niietto p. 76. 163.