IV. Lodrisio Erivelli.
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einen zehnten Band zu liefern und es auf 100 Bücher zu bringen. Daihn die Fruchtbarkeit auch iur hohen Alter nicht verließ, übertraf erweit feine eigene Erwartung. Aber die Ehre des Druckes ist nureinigen seiner Geschichtswerke und Uebersetzungen geworden. Dasübrige ruht im Dunkel der Bibliotheken und ist vergessen oder ver-loren. Es fehlte Decembrio nicht an gelehrter Bildung, aber anallem, was erfreut, reizt, blendet. Und vermuthlich steht die Flüchtig-keit feiner Arbeiten im Verhältniß zur Masse. Jedenfalls endlich ge-brach es ihm auch im Leben an dem unvergleichlichen Talente Filelfo's,sich geltend zu machen.')
Ein Opfer der Rivalität Filelfo's wurde auch der MailänderLodrisio Erivelli, der einst als junger Mann Filelfo's Schüler-gewesen und sich auch der griechischen Sprache bemächtigt hatte. Erwar wohl zuerst Sekretär bei dem Erzbischofe von Mailand?) Um1457 bekleidete er eine angesehene Stellung, vielleicht ein Sekretariat,bei dem Herzog?) Er schrieb ein Leben des älteren Ssorza, der denherzoglichen Sohn gezeugt, und erwartete nun, zur Fortsetzung, zueiner Geschichte des Herzogs selbst aufgefordert zu werden. Obwohler in jenem Werk der begonnenen Sforziade Filelfo's mit Ehren ge-dachte, scheint doch dessen Eifersucht auch gegen ihn entflammt zusein und seine giftigen Jnvectiven hervorgerufen zu haben, in Folgederen Erivelli lieber davon ging und 1458 in ein Sekretariat beiPapst Pius II trat?) — Etwas später (1461 —1466) erscheint
') Ueber sein Grabdenkmal und die Inschrift ckovin8 LIvKia äookor. viror. 15.2sno Vis8. Vos8. 4.1 p. 202, 8a'xin8 p. 293. 297, wo auch über die Zahlseiner Bücher.
2) Denn er ist doch wohl derselbe Lodrisius, den kaxZins epi8t. VIII, 15vom 24. Februar (1440) als solchen erwähnt.
3) Briefe des Aeneas Sylvius an ihn vom 26. Februar und 22. Okto-ber 1457.
0 Das Werk Os Vita rol>n8gns §o8ti8 Lkortias sp. Lluratori Leriptt.4. XIX; in der Einleitung die Stelle über Filelfo. Muratori wiederholt in derPräfatio die Zweifel des Saxius, ob man nicht zwei Lodrisio Erivelli annehmenmüsse, die dann 4irabo8eki 4. VI p. 1081 zurückwies. Ich glaube, mit Recht,insofern die Geschichtsbücher, die Uebersetzungen und die Reden zur Verherrlichungdes Herzogs Sforza gewiß dem Mailänder zugehörcn. Dagegen die In vsers-tslinm I. st II. Xxplanatione8 dürften einen anderen Lodrisio Erivelli zum Ver-fasser haben, vielleicht denselben, der in den Epitaphien bei 8oi'8stti Hwt. 4srrar.xzrwn. k. I p. 40 als iuri8eon8nltn8 Hsrrarisiww bezeichnet wird. Ueber dieStellung des Mailänders bei Pius II vergl. G. Voigt Enea Silvio Bd. III S. 614.