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Die Wiederbelebung des classischen Alterthums oder das erste Jahrhundert des Humanismus / von Georg Voigt
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IV. Filelfo und Herzog Francesco.

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und theuersten Herrn Francesco Filelfo" sprach. Er schrieb dem Be-amten:Wir wollen ihn aus keinen Fall verlieren, was erfolgen würde,wenn er sich für getäuscht halten müßte; auch könnte er dann ausMangel an den besagten 250 Gulden das herrlichste Werk nicht fort-setzen, welches er zu Unserm Ruhme begonnen."')

Filelfo kannte sehr wohl die Schwerpunkte in des Herzogs Ueber-legung: was werde die Welt dazu sagen, wenn der große HerzogFrancesco entweder die Neigung oder die Mittel nicht habe, um aus- -gezeichnete Männer zu unterstützen; er selbst, Filelfo, werde sich inWohlthaten nicht übertreffen lassen; denn er sei gewohnt, denen, diesich um ihn verdient gemacht, wenn sonst nichts, so doch die Unsterb-lichkeit ihres Namens als Gegengabe zu bieten?)

Die Sforziade wurde dem Dichter außerordentlich leicht: derStoff lag eben auf der Hand und die Erfindungen sind platt genug,Hexameter aber schüttelte Filelfo ohne Mühe von sich. Dennoch zoger die Arbeit Jahre lang hin und veröffentlichte sie in einzelnen Ge-sängen, um unterdessen den besungenen Fürsten tüchtig zu pressen.Er nahm zuerst 24 Bücher in Aussicht, im Juni 1451 hatte er das-erste fertig und arbeitete am zweiten, 1455 wurden vier Bücherherausgegeben und überreicht. Aber der Lohn rüuß feiner Erwartungnicht entsprochen haben. Der Herzog, äußerte er damals sehr ent-rüstet, sei kein sonderlicher Freund des Apollo und scheine nach derFortsetzung nicht begierig zu sein; wenn das so bleibe, würde er sichgezwungen sehen davonzuziehen. Er setzte auch die Zahl der Gesängeauf 20 herab und bald nachher auf 16 mit 12,800 Versen. Obwohler von einem festen Entwürfe spricht, war doch das Epos je nachdem klingenden Erfolge der Dehnung wie der Kürzung fähig, undseine Harmonie bestand in den genau abgezählten Versen. Als erim April 1463 die ersten acht Bücher herausgab, enthielten sie 6400Verse. Wiederum scheint der Lohn nicht befriedigt zu haben; dennwie Filelfo'1455 den Medici andeutete, daß er zu haben sei, truger sich jetzt der päpstlichen Curie an. Es sollen noch drei weitereBücher hinzugefügt worden sein, aber veröffentlicht sind sie nicht,

0 Die Aktenstücke und die herzoglichen Schreiben v. 23. Mai und 27. Juni1452 aus den LsAistri ckuesli des mailändischen Staatsarchivs bei kosniini1. II. p. 294300.

2) Filelfo s Schreiben an Bart. Correggio vom 16. Octob. 1451.

Voigt, Humanismus. 2. Auft. r. 34