IV. Porcello.
591
lich machten. Das Ende war, daß erst Porcello, dann Seneca diefürstliche Gunst verloren und Rimini verlassen mußten?)
Wir möchten nicht noch einmal auf den traurigen BetteldichterPorcello zu sprechen kommen, wissen auch seinen weiteren Lebensfadennur in wenigen Spuren zu verfolgen. Er erscheint zunächst in Mai-land, wo Filelso sich seiner annahm und ihn von neuem dem Mala-testa zu empfehlen suchte?) Später suchte er bei Pins II anzukom-men, ein Sekretariat oder 50 Gulden Sold für seine Lectionen zuerlangen, um für die kranke Gattin, einen am Fieber darniederlie-genden Sohn und sein eigenes vom Podagra gepeinigtes Dasein zusorgen?) Aber der Papst scheint ihn hülflos gelassen zu haben. Erentschwindet uns wieder für lange Jahre. Einige Zeit hatte Federigovon Urbino, den er in der „Feltria" besang, an ihm Gefallen. Abereine bleibende Stätte fand er auch da nicht. Zuletzt taucht er wiederin Mailand aus, bereits als Greis, immer noch eine anrüchige undzur Zielscheibe des Witzes erkorene Persönlichkeit. Da aber war erder siechen Gattin enthoben und Herzog Francesco Ssorza verheira-thete ihn mit einer 28jährigen Wittwe, die eine gute Erbschaft be-saß?) In Mailand mag er gestorben sein.
Unter den Literaten geringeren Ranges, die sich in Rimini ein-sanden, nennen wir den Dichter Trebanio, der gleichfalls in Hexa-metern den vom Himmel gesandten und göttlichen Heerführer wieseine „blonde Göttin" feierte.') Aber für die Dauer hat er in Ri-
ll Diesen Streit erzählt Basini in einem Briefe an Roberto Orsi vom27. Oktober (1455 oder 1456) in den Xneollota litt. voi. II, Komas 1773, p. 800 ssq.Ebend. p. 405 seine Epistel an den Malatesta, die auch koswini Vittorino <>aksltrs p. 467. 469 nebst der Satire Seneca's in einer andere» Handschrift sah.Wann Porcello Rimini verließ, weiß ich nicht genauer zu bestimmen, es war aberwohl bald, nachdem er die Satire gegen Basini veröffentlicht; denn in dem un-datirten Briefe Poggio's epist. XIII, 24 sä. PonsIII ist von beiden zugleichdie Rede.
ll Filelfo's Brief an diesen vom 9. Mai 1456.
ll Nach der Korrespondenz Foscarini's bei Hnirini viatrllla all Krane.Larbari Lpisit. p. 90 ssg.
ll Davon erzählt kanllello Xovslls k. I nov. VI. Er spricht immer nochvon den inolti snormi vks ode svsva. Aber den Siebzig nahe war Porcello nicht,wenn Herzog Francesco (41465) so für ihn sorgte.
ll Oivo Lixismnnllo kanclulko Llal. säe. Kallas Oralio all llovsin krellanioaur. (?) antlloro in I'riuw postarum opnse. toi. 101.