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Die Wiederbelebung des classischen Alterthums oder das erste Jahrhundert des Humanismus / von Georg Voigt
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Fünftes Auch.

Der Humanismus au der päpstlichen Curie. Das ZeitalterNikolaus' V. Die hellenistischen Studien. '

Zu allen Zeiten hat die Kirche in dem Bewußtsein, daß sie ausdem Geiste geboren und daß ihre Autorität auf die Geister begründetist, die Macht des Wortes als ihr natürliches Kampfmittel angesehen.Um den Glauben zu vertheidigen, um zu lehren und zu predigen,haben schon ihre Vater auch die von den Heiden entlehnten Künsteder Eloquenz und Rhetorik nicht verschmäht. Ueber das wirksamsteWort zu verfügen, war immer eine Ausgabe der kämpsenden Kirche,mochten die großen Päpste der hierarchischen Zeit selber eine gewaltigeFeder führen, mochten Kleriker und Mönche ihre Streitschriften ab-fassen, oder mochten auch die stilkundigsten Laien aus dem Notariatzu den Arbeiten der Curie herangezogen werden. War ein Petrusde Vinea als rhetorische Macht im Dienste des Staufenkaisers, sobestrebten sich auch seine päpstlichen Gegner, ähnliche Kräfte zu ge-winnen und das Schwert des Wortes für ihre Politik in den Kampfzu führen. Dazu vertheidigten sie den alten Ruf, nach welchem diepäpstliche Kanzlei immer die beste der Welt und das Muster gewesen.Schon in den Briesen der großen Jnnocenze macht sich das reinereLatein, die bessere Grammatik bemerkbar. Auch als Hort und Schuleder Kirchensprache hatte der römische Hos eine Ehre zu wahren').

Andere Folgen aber stellten sich unausbleiblich ein, wenn dieKirche zu ihren Theologen und Kanonisten auch die Jünger desneuerweckten Alterthums als Mitarbeiter gesellte, die zumeist halbe

*) Delisle in der üibliotlisqus (Is I'seole äes ekmtss 8«r. IV. 1°. IV, ?s,n81858, p. 30.

Boigt, Humanismus. 2. Aufl. II.

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