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V. Die päpstliche Bibliothek.
Sammlung dagegen aus nur etwa 3000 Bände') und der ErzbischofAntonino von Florenz gar nur auf t000 st. So mögen denn wohlManetti und der Buchhändler Vespasiano der Wahrheit am nächstenkommen, wenn sie mit Bestimmtheit angeben, daß der Katalog beidem Tode des Papstes 5000 Bände ausgewiesen habe"). Das warnun die Freude des Papstes: unter diesen Büchern umherzuwandeln,sie zu ordnen und zu stellen, sich dieses oder jenes reichen zu lassenund zu durchblättern, die schönen Bände zu beschauen, sein Wappenauf denjenigen zu sehen, die ihm gewidmet und überreicht waren undzum voraus den Dank zu genießen, den einst die Männer derWissenschaft nach Jahrhunderten ihrem Förderer darbringen würden.So ist er, Bücher ordnend, in einem Saale der Vaticana dargestelltzu sehen.
Der unermüdliche Geist des Sammelns, der das Haus Niccoli'szum Herde des literarischen Lebens gemacht, verbunden mit dem um-fassenden Blick und den reichen Hülfsquellen eines Kirchenfürsten,der vom apostolischen Stuhle aus mehr vielleicht die literarische alsdie kirchliche Welt zu seinen Füßen sah, das giebt der Gestalt Niko-laus' V ihre Bedeutung. Aber wir fühlen es doch wohl: die Jugend-zeit des Humanismus ist vorüber, er ist kein Rausch der Geister mehr,wird nicht mehr mit jünglinghaftem Staunen als eine neue Welt be-treten, in welcher der abenteuernde Geist mit kühner Eroberungssuchtumherschweift. Die Humanisten haben an den Höfen und Univer-sitäten, in Kanzleien und Aemtern festen Platz gewonnen und zeigendas entschiedene Streben, ihren Stand gleichsam zu fixiren. DieTrümmer des Alterthums werden in Instituten gesammelt und ge-sichert, endlich gar unter dem Schutze des Statthalters Christi. Mangewinnt die Ueberzeugung, daß keine neue Barbarei sie mehr in Ver-gessenheit und Vernichtung reißen kann, daß sie ein eisernes und lang-sam wachsendes Capital der Menschheit geworden sind.
Der größte Gedanke Nicolaus' V, die öffentliche Bibliothek imVatican, ist der Nachwelt nicht verloren gegangen. Zwar erfolgtezunächst ein Rückschlag, da die private Neigung des Papstes sichnicht auf seine Nachfolger fortpflanzte. Gleich der nächste derselben,Calirtus III, der nur das kanonische Recht schätzte, von den schönen
>) Luropa eap. 58.
2 ) Olironieon Nist. ?. III III. XXII eap. 12 in prino.
3) älanotti Vita Xloolai V I. e. p. !»26. Vespasiano Xicola V § 25.