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Die Wiederbelebung des classischen Alterthums oder das erste Jahrhundert des Humanismus / von Georg Voigt
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VI. Humfrey von Glocester.

knüpfen. Es heißt, er habe sich italienische Lehrer zur Erklärung derlateinischen Dichter und Redner kommen lassen si. Damit ist wohlvor allen jener Titus Livius aus Forli gemeint, der geradezualsPoet und Orator des Herzogs von Glocester" bezeichnet wird,uns wohl bekannt als Verfasser einer Geschichte König Heinrich's Vvon England, den italischen Zeitgenossen aber auffallend fremd ^).Ohne Zweifel hat er den Herzog angesungen, bewidmet und verewigtwie Lydgate mit seinen englischen Versen. Ferner finden wir beibem Herzoge gegen das Ende seines Lebens den jungen AntonioBeccaria aus Verona, einen Schüler des Mttorino da Feltre undFreund Filelfo's, der in erotischen Gedichten glänzte und einzelnesaus dem Griechischen übersetzt hat. Er war nach dem Tode seinesHerrn froh, sich aus den politischen Gefahren nach der Heimath zuretten^). Auch stiftete der Herzog eine Bibliothek in Oxford, wohlbei einem der Colleges: die Bücher, 135 Bände, ließ er in Frank-reich und Italien zusammenkaufen, sie gehörten wohl meist den scho-lastischen Gebieten an und der Astrologie, über die er selber geschrie-ben, aber es waren auch klassische Handschriften darunter. Dennauch darin war er ein Sammler, der nicht nur das Gewöhnliche be-saß; auch die alten Panegyriker und die Briese Cicero's waren inseinen Schränken^).

Es ist begreiflich, daß die italischen Humanisten mit einem soreichen und gewaltigen Mäcen gern anknüpften, ihre eleganten Briefean ihn richteten und ihm Bücher widmeten. So hatte der Herzogdie aristotelische Ethik, die Bruni übersetzt, gesehen, spendete demVerfasser sein reichliches Lob.und mahnte ihn, in derselben Weise

1) Brief des Enea Silvio an Herzog Sigmund von Oestreich vom 5. De-cember 1443.

2) So sucht man in BioNdo's Itali-r lllnstrsta., wo doch p. 347 die nam-haften forlivestschen Landsleute mit besonderer Freude aufgezählt werden, vergebenseine Spur von ihm. Daß Poggio weder seiner noch des Herzogs von Glocesterje gedenkt, mag sich aus seiner Stellung zu Cardinal Beaufort erklären. Mandarf aber auch bezweifeln, daß Titus Livius der christliche Name des Mannes war.

3) S- Cinliari OsIIa Istt. Voran. p. 66.

i) LLlvn8 I. o. p. 583; hier ist von seinen astrologischen Schriften die Rede.Pauli Gesch. von England Bd. V S. 666ff. Dess. Herzog Humfrid von Glou-cester in denBildern aus Alt-England", 2. Ausg- Gotha 1876, S-334ff.Ueber die Bücherstiftung Glocester's, der 1447 starb, vergl. auch vslisto Iw eabinsäss m<rnn8erit8 <ls la. dibl. impsr. V. I p^52.