VI. Humfrey von Glocester.
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auch die Politik des Aristoteles zu übertragen. Als Bruni diese Ar-beit, freilich viel später, unternommen, schickte er den ersten Theildem Herzog nach London zu, wohl in der Absicht, sie ihm bei gün-stiger Aufnahme zu widmen; da er aber keine Antwort erhielt,wandte er dem Halbbarbaren ärgerlich den Rücken und schrieb seinBuch Papst Eugen IV zu st. Inniger wurde die Verbindung desHerzogs mit Pier Candido Decembrio. Dieser brachte ihm dieUebertragung der platonischen Republik dar, die sein Vater Ubertonach der Vorarbeit des Chrysoloras stilisirt und die er selbst dannvollendet. Er übersandte zunächst die ersten fünf Bücher. Wir be-sitzen das Schreiben des Herzogs, in'dem er sich bedankt und umdie Fortsetzung bittet. Er zeigt sich doch empfänglich für den Ruhm,den ihm der Italiener durch eine solche Widmung bereitet; er hatein deutliches Gefühl von der. neuen Bildung ^ die aus der Wieder-belebung der lateinischen Eloquenz und der hellenischen Weisheit ent-springen wird. So wurde Ihm denn das ganze Werk zugeeignet,und er hat sich sicher nicht nur in Worten dankbar gezeigt st. DennDecembrio widmete ihm auch später wieder zwei Bücher seiner Briese,in denen die Controverse über seine Uebersetzung der aristotelischenEthik geführt wurdest. Ob er den Herzog je gesehen, wissen wirnicht. Dagegen war der Venetianer Piero del Monte, ein SchülerGuarino's und päpstlicher Protonotar, um 1439 als Geschäftsträgerder Curie in England und knüpfte dort ohne Zweifel die Freund-schaft mit Glocester an, in Folge deren er ihm seine moralphilosophi-schen Dialoge widmetest. Auch der junge Lapo da Castiglionchiobrachte dem gewaltigen Herzog eine Reihe seiner kleinen Schriften,meist Uebersetzungen aus dem Griechischen dar und eine Reihe an-
>) So läßt sich I-oon. Kruni opist. VIII, 6 ohne Zwang mit der Nachrichtbei Vs8pa8iLiio Inonaräo ä'Lvouro ß9 in Uebereinstimmung bringen. Wennhier von einem Herzog von Worcester die Rede, verbessert sich der Irrthum leicht.
2 ) Seine Briefe vorn 6. Februar und 13. Oct, 1439 bei Pauli Gesch. vonEngland a. O. S. 668 und Bilder aus Alt-England aus einer Münchener Hand-schrift, bei Saxius Ilist. lit. txp. Lleäiol. V. I I'rocir. p. 36. 299. 300. S. Bd. IS. 505.
3) 8axius p. 293. 296. Decembrio's Verbindung mit dem Herzog geht auchaus seiner Uebersetzung von des Titus Livius Vita Ileinriei V ins Italienischehervor, die in den Birbulas eoclci. m8. l>ikl. Vinciob. vol. II p. 106 notirt wird.
») S. oben S. 39.
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