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Friedrich der Grosse und die deutsche Literatur : Mit Benutzung handschriftlicher Quellen / Von Heinrich Pröhle
Entstehung
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fugte. DieseFabul" scheint gehandelt zu habenvorn willigenHahn und vorn weißen Hühnchen". Man glaubte dabei einWortspielvorn ersten Range" anzubringen, weil der Bräutigam(oder vielmehr der Hahn) der Obrist Willich war.*)

Diese bei Hofe gefeierte Hochzeit des Fräuleins von Kalck-stein siel wahrscheinlich in den Juni 1746. **) Damals war Herrvon Bielefeld Legationsrath undzweiter Gouverneur vorn jüng-sten Prinzen des hiesigen Hofes" (Ferdinand).

Wir haben bereits in einem flüchtigen aber merkwürdigenBtomeute Gleim und Bielefeld als Friedrichs Hofpoeten zu-sammen arbeiten sehen. Und in der That sehen wir Stille undBielefeld mit den talentvollen jungen preußischen Dichtern inBerbinduüg, als die letzteren kaum zu Männern geworden waren.Aber Friedrich, als König und als Krieger, wie regsam er auchwar, konnte nun doch für keine neuen Hauptrichtungen mehr ge-wonnen werden. Auch trat der sprachgewandte Bielefeld für ihnpersönlich mehr in den Hintergrund, je mehr er sich mit gebore-nen Franzosen umgab.

Herr von Bielefeld war jedoch noch während eines der dreischlesischen Kriege als Diplomat mit Friedrich im Felde. Auchsoll ihm eine Zeit lang ***) eine Oberaufsicht über die Univer-

Die erste Slrohkranzrede wurde schon von einem Herausgeberder Briefe Bielefelds vergebens gesucht. Nach der zweiten hat manauf meine Veranlassung in der Gleim'schen Familienstistung zu Halber-stadt vergeblich geforscht. Gleim hatte sie an Uz geschickt, aber anchbei den nach Halberstadt zurückgclieferten Briefen von Gleim an Uzbefindet sie sich nicht. Herr von Kalckstein in Berlin, der Reisendeund Geograph, theilt mir gütigst mit:Fräulein von Kalckstein wardie Tochter des ältern Feldmarschalls von Kalckstein, früher ErziehersFriedrichs des Großen, verheiratet mit einem Oberst von WillichtStrohkranzs und nach dessen Tode mit einem Hofmarschall v. Meyerink.Vor ihrer Verheiratung wird sie noch bei einer großen Hofschlittenfahrtgenannt, die unter Friedrich dem Großen vom berliner Schlosse nachCharlottenburg stall fand."

") S. Gleim's'ungedrnckten Brief an Uz vom 30, Juni 1746.

Nach Gleim's Briefen an Uz.