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Friedrich der Grosse und die deutsche Literatur : Mit Benutzung handschriftlicher Quellen / Von Heinrich Pröhle
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6. Friedrichs Neffe nach Ztraklmrg.

I'önt ls sserst ss äseonvrit."

Friedrichs Beschreibung der Reise nach Siraßburg.

Kein Wunder, daß Friedrich sich sehnte, die schönere Pla-netenstelle des bevorzugten Frankreichs nicht gerade das Landseiner Ideale, aber doch das Land deS Wohllebens und derShba-riten", wie er die Franzosen und zunächst allerdings die Straß-bürger nennt mit seinen Augen zu sehen. Als Friedrich sichdurch seine Heirat mit dem Vater versöhnte, hatte ihm dieser ver-sprochen: wenn er einen Sohn bekäme, wolle er ihn reisen lassen.Allein Friedrich bekam keinen Sohn und brachte es als Kronprinzzu keiner Reise, welche nur den Genuß des Lebens und bloß dieerweiterte Weltbildung zum Zweck gehabt hätte. Die große Tourder Diplomaten durch Europa blieb dem größten Staatsmanneunter allen Fürsten unseres Erdtheiles versagt. Schon die Neu-gier aber, mit der er in die Welt blickte und die ihn bald dar-auf seiner scherzhaften Behauptung nach*) sogar mit zum Kriegetrieb, mochte ihn bestimmen, wenigstens durch einen Ausflug aufein damals französisches Gebiet das Versäumte nachzuholen. DieEinrichtung dieser Lustreise war fast eben so ungeschickt als diedes Fluchtversuchs, dessen Scheitern ihm Jeder vorausgesagt hatte.

*)>Preuß, Jugendgeschichie S. 443.