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Friedrich der Grosse und die deutsche Literatur : Mit Benutzung handschriftlicher Quellen / Von Heinrich Pröhle
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den Franzosen an dessen Hose, den Schweizern in seiner Haupt-stadt und vor allen Dingen mit dem preußischen Kirchenregi-mente, keineswegs aber mit' dem preußischen Volke oder mit derpreußischen Dichterfchule, mit der er vielmehr stets in der engstenVerbindung blieb. Sulzer und Sack bilden seit dieser Zeit fürFriedrichs Hof mit den Franzosen zusammen im Ganzen ge-nommen fast eine der deutschen Literatur feindliche Kamarilla.

Einige Jahre nach Klopstocks Reise in die Schweiz wurdeder Pastor Lange durch Lessing von dem näheren Antheile an derpreußischen Dichterschule ausgeschlossen und gewissermaßen aufseinen Antheil an den Bestrebungen der Schweizer eingeschränkt.Bald erblicken wir nun die Preußen den Schweizern weit vor-auf. Es weht ein frischer Geist unter ihnen, nachdem Lange'sEinfluß eingeschränkt ist.Mit der größeren intensiven Kraft-entwickelung" stellte sich Preußender universelleren schweizerischenNebenbuhlerschaft" gegenüber. Als die Schweizer gerade einestillere Richtung angenommen hatten, bewirkte die kriegerischekräftige Stimmung der Preußen, daß Bodmer und alle seine An-hänger der preußischen Schule in der Literatur ebenso unter-lagen, wie die Schweizer früher über die Leipziger gesiegt hatten. *)

*) Bergt. Gervinus (Geschichte der deutschen Dichtung, 4. Anst.,IV, S. 188. 190), der jedoch den der Wichtigkeit der Vorgänge zwi-schen Klopstock und Bodmer noch keine Ahnung hat.