3. Eintritt der volksthiimlichen Dichtung in die kunstpoesle:der Kanonikus Gteim ats preukischer Grenadier.
Berlin sei Sveirta! Preußens HeldGekrönt mit Ruhm und Lieg:"'
Glenn.
Für den siebenjährigen Krieg ist in einzelnen Fällen ehereine Nachahmung der gebildeten Dichter durch die Bolkspoetenals das Umgekehrte anzunehmen. Es war aber hohe Zeit, daßman die hinsterbende volksthümliche Richtung in die deutscheNationalliteratur hineinrettete. Den ersten Schritt in dieserschwierigen Angelegenheit zu thun war säst nur Gleim möglich,an dessen Talent Ramler überhaupt eine erstaunliche Biegsamkeitehrte, sowie „diejenige Naivetät, die Batteux das Erbtheil wahr-haftig großer Seelen nennt." Hirzel schrieb ihm: „Alle redendie gleiche Sprache der Entzückung über Ihre Dichtart, die dasErhabene mit dem Natürlichen so wohl zu verbinden weiß." Gleimgab 1756 die ersten deutschen Romanzen heraus. Er sollte baldeinen weiteren, auf großen Umwegen bewirkten Fortschritt nachderselben Seite hin thun. Die kriegerische Zeit brachte es mitsich, daß dieser zweite Versuch in der Romanze oder Ballade derKriegsliteratur angehörte.
Die Städte Halberstadt, Berlin und Colberg hatten alle dreiwährend des siebenjährigen Krieges nicht ganz unähnliche Schick-sale.*) Das Geschick dieser drei Städte hat hauptsächlich Gleim
, *) Ramler bemerkt dies selbst in seinem Briefe an Gleim vom19. September 1761.