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Friedrich der Grosse und die deutsche Literatur : Mit Benutzung handschriftlicher Quellen / Von Heinrich Pröhle
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genannt hatte.Wie?" rief Ramler aus, als er es erfuhr:Ein Schmeichler des großen, über alle Schmeicheleien erhabe-nen und alle Schmeicheleien verspottenden Friedrichs? Dassind nur diejenigen Prediger und feinen Hofleute, die andersdenken als reden."

Indessen hatte Ramler von den Helden in einem Gedichtefeierlichen Abschied genommen. Die Karschin, durch den un-gewöhnlichen Geist jener Kriegsjahre emporgehoben, durch denpreußischen Adel nach Berlin gebracht, hatte hier einige Unter-weisungen von Ramler gut benutzt. Er hatte sie auch sofortals deutsche Sappho in die auf Nachahmung beruhende Kunst-dichtung der damaligen Zeit eingereiht. Es war, als hätte erihr dadurch zugleich Titel und Stellung in der damaligen Ge-sellschaft verliehen. Mit wehmüthiger Ironie sprach Ramlervon den glänzenden Erfolgen, die seine Schülerin durch ihreleichten Verse spielend gewann. Fast keines ihrer späteren poli-tischen Gedichte ist durch Schönheit oder charaktervolle Eigen-heiten mehr der Erwähnung würdig! Ramler starb zu Berlinam 1l. April 1798.