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Klopstocks. Während er beabsichtigt hatte, den halben Winter beiGleim zuzubringen, scheint Klopstock nun Done's wegen vomDecember 1762 bis zum Mai 1763 meist in Blaukenburg gelebtzu haben. Done's Vater, der Amtsrath, war liange Zeit ab-wesend in Jerxheim (jetzt einer Eisenbahnstation zwischen Oschers-leben und Wolfenbüttel) und in Haymburg. Er war der einzigeGegner der Verbindung.
Inzwischen hatte sich Klopstock in Dänemark mit dein Königeund seinen einflußreichsten Räthen befreundet und war auch inDeutschland seiner Nation werth geblieben. Auch mit dem braun-schweigischen Fürstenhause verkehrte er. Done aber war nach seinemlangen blankenburger Aufenthalte so verliebt in ihn „wie Cidli inLazarus". Sie sckwur dem heiligen Manne Treue, ihr Vatermöge thun, was er wolle. Und so sehen wir denn das Haupt desHalberstädter Domes, den Domdechanten von Spiegel selber, zwei-mal nach Haymburg reiten, bei Donens Vater um sie zu werben.Klopstock ließ Donens Vater durch den Domdechanten sagen, seinedänische Pension betrage 600 Thaler, den Louisd'or nur zu4 Thaler gerechnet. Er könne dieselben verzehren, wo er wolle.Auch könne er seiner zweiten Frau mit Leichtigkeit 400 ThalerWittwengehalt sichern, die sie gleichfalls verzehren könne, wo siewolle. Nach Vollendung des Messias könne er auf Zulage rech-nen oder ein Amt in Holstein annehmen, welches ja deutsch sei.—Aber wie auch die Boten rannten und die hohen Reiter durch dieFelder jagten: der Domdechant selber erhielt als Freiwerber aufseinem zweiten Ritte in Haymburg bloß einen Korb in oxtimakorina. „O die abscheulichen Mädchen! Diktioils sst satiramnon sdribsrs!" rief Gleim voller Erinnerungen an seine eigeneLiebschaft mit einer Blankenburgerin in einem Briefe aus. Klop-stocks Done war im August 1763 bereits mit dem braun-schweigischen Hauptmann Georg Philipp Christian von Königverlobt. Am 22. November 1763 wurden sie in Blankenburggetraut. In Gleims Hüttchen aber schrieb sie am 23. Juni 1795(vielleicht als Wittwe) mit Bleifeder auf die Tapete: „Aus dem