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Friedrich der Grosse und die deutsche Literatur : Mit Benutzung handschriftlicher Quellen / Von Heinrich Pröhle
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platze gelassen. Unser rechter Flügel und der Oesterrcicher linke istgar nicht zur Action gekommen, und wir können sagen, daß uns2 Bataillons Grenadiers und etwa 4 Regimenter den ganzen Siegerfochten haben. Die beiden Grenadier-Bataill. haben etwa 100 Mannverloren, und die Regimenter ü Proportion viel weniger, die Lavallerieaber hat sehr gelitten. Der General Oertz von den Gensd'armes undder General Liideritz sind todt. Der Obristlt. v. Blumeuthal von derGarde du Lorps aber, der sich wie ein wahrer Held bewiesen, isttödtlich blessirt, wie auch der Lieut. v. Brandt von den Gensd'armes,dem beide Beine weggeschossen sind. Von der Infanterie ist der GeneralQuandt todt, der General Kleist aus Stendal in den Arm blessirt.Die 4 Grenadier-Capitaines von des Major Kleist Bataillon, sindalle verwundet, wie auch viele Offiziers von dem Jtzenplitzischen Regi-mente. Der Feldmarschall von Keith, der Prinz von Bevern und vonBraunschweig, haben sich so distinguirt, daß jeder von ihnen ein Helden-gedicht verdiente. Das beste aber, und das Sie, mein Lieber, machenmüssen, verdient unser großer Friedrich, der immer im heftigsten Feuergewesen ist. Es ist nunmehr glaublich, daß die Oesterrcicher uns garnicht mehr stehen werden, nachdem wir sie aus einem so ungemeinvortheilhaften Posten geschlagen haben, wo sie mit 60 Bataillons und72 Eskadrons, gegen unsere 20 Bataillons und 50 Escadrons gestanden.Die Sachsen, die uns eine verdammte Episode gemacht haben und diewir hier noch immer einschließen, werden sich nun hoffentlich auch baldergeben, da sie sehen, daß sie keinen Succurs zu hosten haben. Sieverschanzen sich zwar noch immer mehr, sie werden sich aber vor demHunger nicht verschanzen können. Er wird ihre Brustwehren bald er-steigen. Der Feldmarschall Schwerin, der nunmehr bey Königsgrätzstehet, kan den Piccolomini nicht angreifen, weil dieser die Elbe undnoch einen kleinen Strohm, der dort in die Elbe geht, vor sich hatund in dem Winkel, den die beiden Ströme machen, postirt stehet,sonst würde er ihn auch längst geschlagen haben. Er hat aber 400Mann Dragoner und 500 Husaren, mit einem Regimente Husaren inPerson angegriffen, 124 davon zu Gefangenen gemacht, und den Restgetödtet und zerstreut. 74 Mann haben wir auch in Tetschen, einemPaß an der Elbe, gefangen genommen. Den Iten Oct. am Tage derBataille war ich von hier einige Meilen in's Gebirge commandirt,und habe die Bataille in der Nähe gehört aber nicht gesehen, und