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Friedrich der Grosse und die deutsche Literatur : Mit Benutzung handschriftlicher Quellen / Von Heinrich Pröhle
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worden, wie den auch die blesfirten Officiers alle gefangen sind. Unserewenigen Leute haben sich aber wie würdige Preußen gewehrt, in derRedoute und dem Graben haben noch 17 todte Croaten mit unserntodten vermischt, gelegen, und außer dem Graben 9. Die mehrestenvon den Croaten in der Redoute sind todt gehauen gewesen, weil da-selbst alles Handgemein geworden, und die Officiers und Unteroff.sich mit dem Degen und Seebel in der Faust gewehrt. Zu gleicherZeit, wie 3000 Mann die Redoute stürmen, attaquiren die übrigen1000 die andern Posten ringsum den Flecken, sie.sind aber überall sobewillkommet worden, daß sie nicht herangekont. Unser Unglück ist dieNacht gewesen, weil kein Posten des andern Noth sehen und wissen,und ihn also auch nicht secundiren können, sonst hätten sie die Redoute,so schlecht sie auch war, und so schlecht sie auch besetzt war, in Ewig-keit nicht einbekommen. Wie die Feinde sahen daß sie bey den übrigenPosten, M. die den Rücken frey gehabt, nichts ausrichten können, undder Tag anzubrechen beginnt, retiriren sie sich wieder. Wären sie rechtebrave Leute gewesen, so hätten sie es mit allen Posten wie mit derRedoute machen, und einen nach dem andern massacriren können, daniemand dem andern helfen konte; so aber hat die grausahme Mengeuns noch gut genug davon gelassen. Viele von unsern Officiers habensich dabey sehr distinguirt, unter andern ein Fändrich v. Stwolinskiund Roebel, die beyde erst Officiers geworden. Jeder von ihnen hat18 Mann gehabt, und damit einen Schwärm von etlichen 100 sich2 Stunden lang vom Leibe gehalten, und viele von dem Feinde blessirtund erschossen, die sie aber alle mit fortgeschleppt. Ein gemeiner nebst6 Mann, der bey einer verdeckten Brücke mit Thoren, über die Neiße, die'Wache gehabt, hat, nachdehm sein commanvirender Unteroffic. erschossenworden, seine Cameraden commandirt, und verhindert, daß man dieThore nicht aufhauen können, weil er sogleich, durch die Schießlöcher diein dem Thore gewesen, alle Zimmerleute todt geschossen. Wäre dieBrücke verlohren gegangen, so wäre das Blutbad vielleicht noch starkergeworden, weil jenseit der Brücke etliche Esquadrons Dragoner, wieauch noch Grenadiers gestanden. Man kan uns bey dieser Actionnichts vorwerfen das wir verabsäumt, oder darin wir uns braverhätten erzeigen können. Was dabey fehlerhaftes vorgegangen, ist vonunsern Generals verabsäumt worden, die auf der ganzen Postirungan der Grenze alles selber angeordnet und lOmahl besehen. Wir

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