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Friedrich der Grosse und die deutsche Literatur : Mit Benutzung handschriftlicher Quellen / Von Heinrich Pröhle
Entstehung
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1777 selbst eine neue Inschrift für die Roßtrappe verfassen, in welchervor allen Dingen er selbst als Barde von der Bude und Gleim alsBarde von der Selke genannt werden sollten. Gleim aber gingtrotz seines Versprechens hieraus nicht ein, sondern setzte später seinemKlopstock und sich selbst das Denkmal in Aspenstedt, welches zuletztvon Allmers besucht und von demselben im bremer Sonntagsblatte1658, Nr. 1113 beschrieben ist.

Jetzt endlich fassen wir das Resultat bestimmt zusammen. Klop-stock, der die Druiden und die Barden immer vereint dachte, verlegteden deutschen Dichterhain in die Nähe des einzigen ihm seiner Mei-nung nach bekannten Wodansaltars. Daher rührt die feierliche, wennauch natürlich nur scherzhafte Anrufung Wodans von Seilen der Göt-tinger und daher auch der ihnen gleich anfangs satirisch angedichteteWodanscultus.

Was sodann den ja wohl überhaupt von Klopstock entdeckten deut-schen Dichterwald an und für sich betrifft, so würde Klopstock jedenheiligen Hain bei einem Götzenaltare für einen deutschen Dichterwaldangesehen haben. Da er aber wenigstens bis 1774 nur den ver-meinten Wodansaltar auf der Roßlrappe kannte, deren Hufbildungfreilich die Geognofien jetzt nur der Natur zuschreiben, so hat Klopstockseinen deutschen Dichterwald allerdings nur neben und unter die Roß-trappe, an die Lieblingsstelle aller Norddeutschen, verlegen können.