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Das Burgtheater : ein Beitrag zur deutschen Theater-Geschichte / von Heinrich Laube
Entstehung
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I.

Bis zum Jahre 1780 sind viele Punkte unklar und wider-spruchsvoll über die Stätte und über das Haus, welches unterdem NamenBurgtheater" eine so große Rolle spielen sollte inder Geschichte des deutschen Theaters.

Der verstorbene Graf Moritz Dietrichstein, zu wiederholtenMalen und immer längere Zeit Chef dieses Theaters, hat Allesgesammelt, was auf die Geschichte des Burgtheaters eine Be-ziehung hatte, und hat mir Alles mitgetheilt. Aber auch ausseiner Mittheilung wurde nicht Alles klar über die Benutzungund allmälige Erweiterung des jetzigen Hauses.

Im Jahre 1740 schreibt er war an demselbigen Ortenoch ein Ballhaus. Ballhaus im damaligen Sinne, nicht imjetzigen. Aus Frankreich stammte die Sitte, in gedecktem RaumeBall zu schlagen, und dadurch zu jeder Zeit eine starke Leibes-übung haben zu können.

Im Jahre 1756 schreibt er weiter wurde das Theatergegen den Michaelsplatz um sechs Logen vorgerückt durch denArchitekten Michel, von welchem er nicht weiß, ob er ein Franzoseoder ein Belgier gewesen.

Man sieht jetzt immer noch am Plafond des Burgtheaterseiserne Klammern. Sie sollen den Punkt bezeichnen, von welchemaus das Theater erweitert worden ist. Da die Erweiterung sichauf Logen bezieht und gegen den Michaelsplatz stattgefunden hat,so scheint daraus hervorzugehen, daß die Bühne damals auf derinneren Seite der Burg gewesen ist, nicht wie jetzt auf der Seitedes Michaelsplatzes.

Im Jahre 1780 schreibt er endlich ist es (ohne Ver-größerung) zu einem Theater umgestaltet worden mit acht Logenauf jeder Seite, die Kammerherrnloge in der Mitte und imProscenium zwei Logen übereinander.