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Die alltägliche Unterhaltungskost, welche am leichtesten Geld-gewinn versprach, kam mit ihm an die Reihe, und als er viel-fachen Widerstand auch unter den Schauspielern fand. die sichzum Extemporiren nicht mehr hergeben wollten, da ergrimmte erund griff zu heftigen Maßregeln. Den jüngeren Stephanie undSteigentesch ließ er sogar eines Tages verhaften. Ueberhauptbrachte er eine so grimmige Reaction gegen die Männer derTheaterreform in Gang, daß selbst Sonnenfels als unruhigerKopf in den höheren Kreisen verdächtigt und seines Censoramtesentsetzt wurde, weil er es zu freisinnig verwalte. Kurz-Bernardon,der zäheste von den Helden des „grünen Hutes", wie man diefreien Komiker nannte, wurde wieder in's Kärnthnerthor-Theaterberufen, und die Burleske erhob noch einmal all' ihre flatterndenFahnen. Sie reichte sogar ihren Dialog ein, damit er censirt werde.
Aber besonders dies Letztere führte doch zu ihrem Grabe.Die Zweideutigkeiten und Unanständigkeiten, ein Hauptreiz derHanswurstkomödie, konnten nicht bestehen vor der Censur, undsomit ging für das große Publikum das wirksamste Salz derBurleske verloren. Das bessere Publikum hatte wohl auch durchöfteres Anschauen und Anhören der regelmäßigen Stücke denGeschmack verloren am lüderlichen Wesen der Burleske — siezog nicht niehr. Und gleichzeitig erhob sich in der Burg einberedter Anwalt für die Reform: der Staatsrath Freiherr vonGebier, „selbst Dichter, Kenner und Liebhaber der Bühne," be-wies durch seine gründlichen Vorstellungen, wie viel dem Staatean der Erhaltung des kaum entstandenen, gereinigten Theatersgelegen sein müsse, was für Nachtheile das Treiben Affliggio'sder Chre der Nation bringen würde, so einleuchtend, daß beideMajestäten überzeugt wurden, und nachdrücklich dem Possenwesenein Ende machten. Der junge Kaiser Joseph wird hier zumersten Male ersichtlich in der Theaterfrage, und die Burleskekommt von nun an nicht mehr in die Höhe.
Das Theater wird dem Grafen v. Kohary übertragen, unddie Reform geht nun mit vollen Segeln an's Werk.
Es ist recht lehrreich zu lesen, welch ein Einladungsprogramman das hochverehrliche Publikum erlassen wurde, um ihm Ver-trauen einzuflößen für die nun scheinbar ganz gesicherte Herr-lichkeit. Sonnenfels hatte es verfaßt.
„Der feinere Theil der Nation" — heißt es darin — „fängt