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Das Burgtheater : ein Beitrag zur deutschen Theater-Geschichte / von Heinrich Laube
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vollendet" nennen könnte; der nie aus der Wahrheit heraus-getreten sei, der nie übertrieben habe.Ich kann mich leidernicht rühmen," setzt er bescheiden hinzu,meinem Muster hierintreu geblieben zu sein." Und doch wissen wir, daß es einHauptvorzug des großen Schauspielers Schröder gewesen ist,streng in der Wahrheit, fern von jeder Uebertreibung zu bleiben.Die Anklage gegen sich selbst gilt also wohl den Jugendsündenauf der Bühne.

Diesen Eltern gegenüber begann nun der vierzehnjährigeBursche seine eigentliche theatralische Laufbahn. Zunächst alsTänzer, denn in der Tanzkunst entwickelte er große Fertigkeitund war er dem Director-Vater am einträglichsten.

Leider meinte der Vater die Gage an ihm sparen zu können,und der naseweise, schon viel versuchte Sohn fand dies un-erträglich.Schröder war der einzige Mensch, den Ackermannstrenge behandelte," eben wohl, weil er ihn gewissenhaft erziehenzu müssen meinte.Schröder war aber auch der einzige Mensch,der sich ihm widersetzte, wenn er Recht zu haben glaubte. Undleider glaubte er dies zu oft."

So entstanden denn bald wieder die peinlichsten Streitig-keiten zwischen Vater und Sohn, welche mehrmals mit Fluchtund Entweichung des Letzteren endeten. Die Mutter weinteund hielt es für ihre Schuldigkeit, dem Vater Recht zu geben.

Fritz Schröder wurde durch all das nicht zahm. Er warfrühreif und machte auf volle Geltung Anspruch. Hohes Billard-spiel mußte Geld verschaffen, und Duelle mit Franzosen, welchedamals bei Ausgang des siebenjährigen Krieges in Süddeutsch-land herrschten, brachten aufregenden Zeitvertreib. Kleine Auf-gaben im Lustspiele, die ihm allmälig zufielen, behandelte er vonoben herab. Er unterrichtete sich nur über den Inhalt desStückes und der Rolle. Das mußte genügen. Die Rolle selbstlernte er nicht.

Da trat ein Wendepunkt ein. Die Wieland'sche UebersetzungShakespeare's erschien. Sie kam dem achtzehnjährigen Schröderin die Hände.Er verschlang sie und machte sie zu seinemHandbuch."

Die Wirkung der Shakespeare-Lectüre ging bei Schröderzunächst nur nach der komischen Richtung. Der britische Humorbegeisterte den jungen Deutschen, und wir sehen in der nächsten