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Das Burgtheater : ein Beitrag zur deutschen Theater-Geschichte / von Heinrich Laube
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längere schöpferische Thätigkeit höhere Grundsätze eingesogen,und billigte es im Princip nicht, die Interessen einer ihm hoch-werthen Kunst den persönlichen Interessen der Schauspieler an-heim zu geben.

Diese ganze Frage um die Regierungsform eines Theatersist eben ungefähr so schwierig, wie die Frage um die Regierungs-form eines Staates. Der Ursprung eines Regierungswesens,die Gewohnheiten der Menschen, welche davon berührt werden,die Besserungsmittel, welche gegen Tyrannei zu Gebote stehen,und der Geist des Zeitalters sind entscheidend für diese oderjene Form. Das tboatrs krauqaig hat sich seine gesellschaftlicheRegierungsform fast immer leidlich bewahrt. Fast immer, nichtimmer. Es hat auch schwere Zeiten des Zurückbleibens gehabt,wenn es Mitglieder besaß, denen der Geist fehlte und denendie kameradschaftliche Protection höher stand als der Aufschwungdes Instituts. Aber dem tboatro kra-llynis ist Paris immereine unversiegbare Hilfsquelle gewesen, Paris als Centralsitzeiner einheitlichen großen Bewegung der Geister. Von solcherMacht war Wien selbst unter Kaiser Joseph noch weit entfernt,wie sehr er den einheitlichen Geist zu fördern suchte durch grund-sätzliche Einführung deutschen Cultnrlebens. Und unter seinennächsten Nachfolgern trat dies weiter und weiter in den Hinter-grund. Das gesellschaftliche Regiment im Hof- und National-theater, wie im späteren Burgtheater entbehrte also jenerunversieglichen Hilfsquelle von Paris, und die Regierung desTheaters durch Schauspieler blieb auf den Zufall angewiesen,ob unter den talentvollen Darstellern auch geistig schöpferischeMänner einkehrten oder nicht, und ob solche Männer auch zu-gleich mit der Energie ausgerüstet wären, der eigennützigenCameraderie die Spitze zu bieten.

Damals neben Schröder waren sie nicht vorhanden, das gehtaus allen Merkmalen, die übrig geblieben sind, deutlich genughervor. Damals wäre es ein Segen für das Nationaltheatergewesen, wenn Schröder als Director an die Spitze gestelltworden wäre. Er war nicht nur das größte Talent, er warauch der tüchtigste Geist, welcher aufmerksam an seiner Bildungarbeitete, und welcher die nothwendige Energie eines Directorsbesaß. Sein bloßes Engagement als Schauspieler hat dasNationaltheater außerordentlich gefördert, und hat ihm nament-