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Anwesenheit. Einem so gedankenvollen Herrn mußte doch auchiu der Unterhaltung ein inhaltsvoller Stoff geboten werden.In der Darstellung wirkte das fort, was Schröder angeregthatte, und es fehlt nicht an Zeichen, daß das Theater inlebensvoller Verbindung blieb mit dem schaffenden deutschenGeiste, welcher gerade damals in neue literarische Bewegunggerathen war. Der junge Goethe war in seine dreißiger Jahregetreten, der zehn Jahre jüngere Schiller war als dramatischerDichter aufgetaucht unter großem Geräusche des Publikums.Von Goethe wurde außer den kleinen Stücken — „Die Ge-schwister" waren natürlich das beliebteste — auch der „Clavigo"1786 aufgeführt. Lange spielte den Clavigo, Brockmann denBeaumarchais, Madame Sacco die Marie, der jüngere Stephanieden Carlos; Letzterer wohl unzureichend. Auch die Werther-Epoche fand auf der Scene ihre Würdigung: man gab einSchauspiel „Das Werther-Fieber". „Julius von Tarent", dessenVerfasser Leisewitz man in jener Zeit eine große Zukunft zu-traute, wurde gegeben, und Schiller's „Fiesco" wurde aufgeführt.Dabei ist bemerkenswerth, daß der Titel getreulich „Die Ver-schwörung des Fiesco" lautete. Später hat man die „Ver-schwörung" anstößig gefunden, und das Stück nur „Fiesco"genannt. Bemerkenswerth ist ferner, daß man „Die Räuber"nicht brachte, und auch „Cabale und Liebe" nicht, welchesbürgerliche Trauerspiel ja dem „Fiesco" auf dem Fuße folgteund in Deutschland eine viel größere Theaterwirkung fand, alsdas republikanische Trauerspiel. Die Scene des Kammerdieners,welcher den hessischen Menschenverkauf nach Amerika brandmarkt,verleidete dies Stück den Hoftheatern. Aber die Scene istallenfalls zu entbehren. Sie ist zwar nicht eigentlich vonepisodischer Natur, denn sie verstärkt die Gewichte der Ladp, sichloszusagen von ihrem Herzoge; aber man hat sie doch späterweglassen können, ohne die Wirkung des Stückes zu beeinträchtigen.Warum brachte man es damals nicht? Der Kaiser war wohlin seinen letzten Lebensjahren schon mürrisch, und man ersparteihm die Anfrage über herausfordernde Stücke. Daß ihm „DieRäuber" nicht gefielen, ist an und für sich begreiflich. Die über-greifende Phantasie, welche eine Räuberbande zuläßt, um Familien-unrecht zu rächen, mußte einem streng rationellen Politiker miß-behagen. „Cabale und Liebe" ist erst 1808 in's Repertoire des