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Das Burgtheater : ein Beitrag zur deutschen Theater-Geschichte / von Heinrich Laube
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Burgtyeaters aufgenommen worden,Die Räuber" haben bis1851 warten müssen.

Unter den neuen Stücken findet sich im April 1785 einRudolph von Habsburg", Originalschauspiel in fünf Aufzügenvon Werthers. Es bewegt sich um den entscheidenden Kampfmit König Ottokar und zeigt alle die historischen FigurenRudolph, Ottokar, Liechtenstein, Füllenstein, Mährenberg, Zawisch,Milota, Kunigunde und Elisabeth, welche Grillparzer vierzigJahre später mit seiner selbständigen poetischen Kraft so eigen-thümlich gestaltete. Nur dem Kronprinzen Albert hat Werthersnoch eine hervortretende Rolle zugedacht, welche, einen Schau-spieler wie Lange in Anspruch nahm. Der ältere Stephaniespielte den Rudolph, Brockmann den Ottokar, Madame Nouseuldie Kunigunde von Maffovien, Madame Sacco die Elisabeth vonOesterreich. Der wichtige Grundsatz also, die historischen Figurendes regierenden Hauses dem Hoftheater nicht zu entziehen, reichtebenfalls in Kaiser Joseph's Zeit zurück. Man ist ihm stets treugeblieben. Auch in der Epoche beengendster Censur hat manihn nicht verleugnet. Kaiser Franz ließ in den zwanziger JahrenGrillparzer'sOttokar" aufführen, und die Schwierigkeiten,welche das Stück vor wie nach seiner ersten Aufführung fand,bezogen sich nicht auf die Frage, ob die Vorfahren des regieren-den Hauses zulässig wären. Ueber diesen richtigen monarchischenGrundsatz, daß die Fürsten des Landes auch in der populärstenhistorischen Kunst, im historischen Schauspiel, auf der Bühne denNachkommen des Landes und Reiches zu eigen gehören, scheintnie ein Zweifel gewaltet zu haben. Wunderlicher Weise verstopftman diese tiefste Quelle der monarchischen Popularität inanderen deutschen Ländern. Im Berliner Hoftheater z. B. istein entsprechender Hohenzoller nicht zulässig. Das mag wohlaus übertreibender Nachahmung französischer Hofetiquette ent-standen sein, wie sie seit Ludwig XIV. in die deutschenParticularstaaten eingedrungen war. Frankreich selbst hat dieseAusschließung nie eingeführt. Die französischen Herrscher wußtenimmer zu gut, daß die Herrscher überall an der Spitze sichtbarsein müßten.

Auch die Geißelung religiöser Scheinheiligkeit fand in denletzten achtziger Jahren freien Spielraum auf der Hofbühne;man gab Molisre'sTartuffe" auf heimathliche Verhält-