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Das Burgtheater : ein Beitrag zur deutschen Theater-Geschichte / von Heinrich Laube
Entstehung
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welche nur einen rothen Saum, aber keine Himmelsköniginzeigen durfte, und die ächten Personen Jsabeau, Agnes Sorelund Dunois. Charakteristisch ist jene erste Verstümmelung auchdadurch, daß neben religiösen Wendungen auch alle romantischenAusschweifungen, wie die Erscheinung des schwarzen Ritters,beseitigt waren. Es ist, als ob die nüchterne Josephinische An-schauung Hand in Hand mit der kirchlichen das Buch zusammen-gestrichen habe.

Schiller stand damals auf der Höhe seines Ruhmes. Erlebte nur noch zwei Jahre und einige Monate, und in solchemAugenblicke hatte das Nationaltheater den Muth, ein neuesStück von ihm so umzuändern, seinen Namen wegzustreichen,und eine große Tragödie von ihm so aufzuführen, daß er garkeinen Theil daran zu haben schien, und sicherlich auch nicht daskleinste Honorar dafür erhielt, denn ein gedrucktes Stück warvogelfrei für die Bühnen!

Aufsehen machte in jenem ersten Jahrzehnt unseres SäculumsBabo mit seinem kleinen StückeDer Puls", welchem man einebedeutende, leider ausgebliebene Nachfolge zutraute. Und Holbeinmit der dramatischen Bearbeitung Schiller'scher Balladen. DerGang nach dem Eisenhammer unter dem TitelFridolin" machteden Anfang und hielt sich lange auf den Repertoiren.DieBürgschaft" lag mit dem Tyrannen Dionpsius zu weit rückwärtsfür das Publikum. Bezeichnend ist, daß Schiller auch im Eposdem Dramatiker vorarbeitete, eine schmerzliche Mahnung daran,daß gerade das deutsche Theater so tief betroffen wurde durchseinen frühen Tod.

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