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eben Sophie Müller ihre Accente aus wärmerem Herzenheraufholte.
Leider führte dieser Sieg auch zu schnellem, schmerzlichemVerluste, er führte zum Tode der jüngeren Sophie. Sie schontesich zu wenig nach solch aufregender Rolle, sie spielte bei offenenFenstern tief in die Nacht hinein Clavier, nachdem sie Abendseine Chriemhild mit aller Hingebung dargestellt, sie erkältete sichdadurch, wurde heiser, spielte weiter mit solcher Heiserkeit, ver-fiel in schwere Krankheit und büßte mit dem Tode.
Ein schwerer Verlust für die deutsche Bühne. Ganz Wienist darüber einstimmig, daß sie ein außerordentliches tragischesTalent gewesen. Sie stammte aus Mannheim, war eine stattlicheErscheinung, besaß ein wundervolles Organ und war voll poetischenEifers für ihre Kunst. 1822 kam sie nach Wien, 1829 erkranktesie, 1830 war sie todt — ein Stern, welcher nur einige Jahrehindurch leuchten sollte.
Korn spielte in den zwanziger Jahren den Partner dertragischen Heroine Sophie Schröder. Zum Erstaunen der Wiener,welche ihren Korn hoch verehren, ja zum Erschrecken der Wienermuß ich sagen, daß dieses kein günstiges Zeichen ist für dasEnsemble jener Zeit. Korn war ein vortrefflicher Schauspielerfür Lust- und Schauspiel, aber er war unzulänglich für dieTragödie. Ein stets angekränkeltes Organ, Mangel an Schwungund innerer Begeisterung, und eine feine, reservirte, moderneHaltung schloffen ihn eigentlich aus von tragischen Rollen. Eswar ein wunderlich lahmendes Gespann, Frau Schröder undHerr Korn als Medea und Jason; denn Letzterer hatte keineAder von einem Heroen der Vorzeit.
Dagegen war eben jene feine, reservirte, moderne Haltungseine trefflichste Eigenschaft für Schau- und Lustspiel. DasVermeiden von Unschicklichkeiten und das weite Bereich derempfehlenden Negative, kurz Alles, was zum geselligen Tactegehört, war ihm von Natur eigen. Ein elegantes Aeußere dazu,eine interessante Physiognomie und ein geschmackvolles Verständnißfür alle Details scenischer Wirkung machten ihn zum angenehmstenTypus einer Frackfigur. Er wußte vortrefflich zu schweigen undblos anzudeuten, so vortrefflich wie eine Schöne zu reizen weiß,indem sie ihre Reize halb versteckt und nur in schüchternemMaße enthüllt.