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abgeht, und mit diesem Kerne die Dauerhaftigkeit. Sie nenntdiesen Abschnitt „Kunstpoesie".
Da dieser Autor mit neuen Productionen noch später in Redekommt, so genügt es hier, seine Stellung charakterisirt zu haben.
Für das Burgtheater war er vom Jahre 1835 an zehn Jahrelang bis in die Hälfte der Holbein'schen Directionszeit hineineine wesentliche Hülfsquelle, obwohl außer „Griseldis" und dem„Sohn der Wildniß" nur noch der 1836 erscheinende „Adept"einen länger dauernden Theatererfolg hatte. „Camoens", „JmeldaLambertazzi", „Ein mildes Urtheil", „Sampiero", „Maria deMolina", „Verbot und Befehl" haben auch im Burgtheaterkeine dauernde Stätte gefunden. „Sampiero" und „Maria deMolina" habe ich wieder aufzunehmen versucht, „Sampiero"ohne Erfolg, „Maria" ohne zureichende Wirkung. Mit letzteremStücke wollte ich es noch einmal versuchen, indem ich die Rolleder Maria einer jüngeren Schauspielerin anvertraute. FrauRettich schien mir über die Jahre einer Liebhaberin, wenn aucheiner bedingten Liebhaberin hinaus zu sein. Das verwehrteHalm, welcher all' seine großen Frauenrollen für diese Künstlerinschrieb, selbst und in ungewöhnlicher Weise. Er wendete sichan die oberste Direction mit dem Verlangen, die Erlaubniß zurAufführung des Stückes nicht zu geben.
Friedrich Halm hat sich, wie dies überhaupt in Wienherrschende Neigung war, mit besonderer Vorliebe dem Studiumdes spanischen Theaters gewidmet, und eine freie Bearbeitungnach Lopez de Vega „König und Bauer" ist lange gern gesehenworden.
Der „Adept" ist trotz zahlreicher Darstellungen auf dem Burg-theater außer Wien nicht aufgekommen. Er behandelt eine Artvon Faust-Thema, nicht ohne theatralisches Verdienst in denHauptrollen, aber auch nicht ohne Banalität im Gedankengange.
Für das Burgtheater sind die Halm'schen Stücke dadurchvon längerer Bedeutung geworden, daß sie — ihrer künstlichenEmpfängniß gemäß — eine künstliche Declamation veranlaßthaben, welche in ihren Hauptträgern, namentlich in Frau Rettich,zu Manierirtheit des Vortrags führte. Kunstpoesie und Kunst-theater erzeugten einander in natürlicher Folge und es hat langerAnstrengungen bedurft, den Schauspielern wieder heraus zu helfenans dem pointirten Singsang in einfache und natürliche Rede.