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war vertraut mit allem Handwerkszeug der Kümmerniß, mitallen Athemzügen der Erholung von den Leiden des Lebens.
Aus solcher Ehe zwischen Romantik und realen Eindrückendes thüringischen Land- und Waldlebens ist der „Erbförster"entsprungen. Er hat zwei Seelen, eine kranke und eine gesunde.
Das Stück erbaut sein Gerüst auf einer ganz interessantenIdee. Der Förster hat den Wald aufgezogen, er betrachtet ihndeßhalb als sein Eigenthum und will dem juridischen Eigenthümernicht zugestehen, daß dieser zerstörend darüber verfügen könne.Das ist interessant für ein Schauspiel, aber nicht haltbar füreine Tragödie. Mitten in einer juridisch geordneten «Welt kannman diese Welt nur bis auf einen gewissen Grad leugnen, nichttotal. Wer sie total leugnen will und doch übrigens ganz mitderselben Welt lebt, ja in innigem Familien-Zusammenhangemit dieser Welt lebt, der ist ein Sonderling und man nenntsein Leugnen eine Marotte. Sonderling und Marotte sind ge-eignet für Luft- und Schauspiel, nicht fürs Trauerspiel. Wennes der Sonderling zum Aeußersten treibt, so haben wir dieEmpfindung: er übertreibt. Und mit dieser Empfindung bestehtkeine Tragödie.
Hier waltet schon die kranke romantische Seele des Stückes;denn die Romantik verachtete die realen Verhältnisse und triebeinen einfachen Forstmann zu spitzfindigem Naturrechte, welchesdas Eigenthum leugnet unter gewissen Voraussetzungen.
Wir aber, die wir im Theater sitzen, gehen mit dem Erbförsternur bis zu dem Punkte, wo er tragischen Ernst macht mit seinerinteressanten Vorstellung vom Eigenthums. Zu diesem tragischenErnfie schütteln wir den Kopf, und unsere ernste Theilnahmeist dahin.
Kommt nun im letzten Acte gar das ganze romantische Spiel-zeug hinzu von der blauen Blume und von''der Vision derTochter, und soll sich diese Vision der Tochter zuletzt bestätigendurch den Tod der Tochter von Vatershand, dann schütteln wirden Kopf zweimal. Das Alles ist künstlich romantischer Nach-druck für sonst gesunde Forstleute, und der Ausgang des Stückeswird für uns ein trauriger, nicht aber ein tragischer. Wir gehenhinweg mit dem Ausrufe: Wie schade!
So that auch das Wiener Publikum. Trotz Anerkennungvortrefflicher Eigenschaften im Stücke und trefflicher Darstellung
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