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Torp und streng in seinen Grundsätzen, welche mit dem Liberalis-mus der Zeit wenig Gemeinsames hatten. Aber er war einervorsichtigen, logischen und ehrlichen Beweisführung nicht immerunzugänglich; er war günstig gestimmt durch die Erfolge, welchedem Theater gelangen, und er handelte nicht gern gegen dieStrömung, welche eben an oberster Stelle herrschte. DieseStrömung war im Jahre 1850 noch nicht ausgesprochen anti-liberal. Man hatte noch zu viel aufzuräumen und vorzubereiten,ehe man an die Aufhebung einer Verfassung denken konnte,welche unter freisinniger Form ganz Oesterreich zusammenhieltund der Verbesserung fähig war. Graf Lanckoronski, einSchwager Stadion's, ließ sich damals wohl noch daran erinnern,daß sein Schwager starken Antheil habe an dieser liberalenVerfassung und daß unter solchen Umständen wohl auch die„Räuber" —
„Die Räuber?!"
Von Schiller, wurde schüchtern hinzugesetzt, um den bösartigenTitel zu entschuldigen.
Er lächelte zu dem abenteuerlichen Jünglingswunsche deralten Herren, aber er schüttelte doch langsam das Haupt undzeigte wenig Lust, ihn zu gewähren.
Es ist merkwürdig, was dies erste Stück Schiller's denLeuten zu schaffen gemacht, was für lodernde Sympathien, wasfür grimmige Antipathien es geweckt hat. Der ganz neue Kerneines Genies, welcher zum erstenmale vor den Menschen erscheint,macht eben als ganz neu und unerhört den heftigsten Eindruck.War es nicht bei Goethe ebenso gewesen? Sein „Götz vonBerlichingen" setzte die ganze deutsche Welt in Bewegung. Nurwar Goethe ein friedliches Naturell, Schiller aber ein kriegerisches.Die „Räuber" also setzten in Flammen, während „Götz" nur inBewegung gesetzt hatte. „Louise Millerin", wie „Cabale undLiebe" zuerst hieß, war nicht minder arg, sie griff bis zum Auf-zucken schmerzhaft in die Wunden der Gegenwart, in Standes-und Regierungswunden, aber die Welt schrie nicht mehr. Siekannte bereits diesen neuen Kern einer genialen Kraft. Beimzweiten Stücke ist der Schreck schon escomptirt, wie man in derBörsensprache sagt.
An den „Räubern" ist dieser Schreck immer haften geblieben.In Dresden lebte während der Dreißiger Jahre unseres Jahr-