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behagliche Wirkung erhält die „Häuslichen Wirren" auf unseremRepertoire.
Ich freue mich stets, wenn ich nach Dresden komme, woLederer jetzt lebt, und dem talmudistischen Lustspiel-Autor er-zählen kann, wie die Dinge im Burgtheater sich gestalten. Erkennt Alles, er wohnt eigentlich im Burgtheater; er ist nur aufReifen seit so und so viel zwanzig Jahren. Er trägt auch nochden dunkelgrünen Rock, den er damals im Burgtheater getragen;Enthusiasten sagen, er trage auch noch denselben Hut —
Und nun endlich zum letzten wichtigen Ereignisse des Jahres1850!
Dem Burgtheater fehlte die erste tragische Liebhaberin. FrauWagner konnte nur einen kleinen sinnigen Theil dieses Fachesausfüllen, und die älteste Anschütz'sche Tochter Auguste, FrauKobermein, welche dies Rollenfach besaß, war krank. Man hieltsie für brustkrank und hatte wenig Hoffnung für ihre Genesung,wenigstens nicht für eine Genesung, welche anstrengende tragischeRollen ermöglichen könnte.
Es galt also umzuschauen. Eine erste tragische Liebhaberinist das Herz des Schauspiels. Was kann ein Schauspiel seinohne solches Herz?! „Was ist das Leben ohne Liebesglanz!"sagt heutzutage jeder Theatergänger mit Bewußtsein.
Ich kannte ein weibliches Talent, welches für meinen Ge-schmack die wichtigsten Anforderungen erfüllte: Eine schöne Gestalt,ein edles, jeglichem Ausdrucke edel folgendes Antlitz, ein weiches,wohlthuendes Organ, ein poetischer Sinn, eine reine, einfacheBildung. So viel auf einmal! Und davon wußte man inWien Nichts?!
Dem ist doch so. Es gehört dies in das Kapitel vom Nicht-engagiren von 1840 bis 1850. Herr v. Holbein hatte die besteGelegenheit gehabt, diese Liebhaberin kennen zu lernen. Siehatte unter ihm längere Zeit in Hannover gespielt, sie stammteaus Oesterreich, sie hatte Nichts sehnlicher gewünscht, als in'sBurgtheater zu kommen. Er selbst war von Hannover nachWien übergesiedelt als Director des Burgtheaters, aber dieblonde Marie hatte er nicht berufen.
Sie hatte in Dresden ein Engagement gefunden und sich dorteinfach und schön entwickelt. Dort hatte ich sie Jahr für Jahrgesehen, wenn ich mit einem neuen Stücke hinkam, und hatte