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Das Burgtheater : ein Beitrag zur deutschen Theater-Geschichte / von Heinrich Laube
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abzugewinnen, welche namentlich in solchem, allerdings nichtleicht interessant zn machenden Helden und in solchen Vorgängenruhen.

All' diese deutschen Dramatiker, welche sich auf dem Burg-theater binnen einem Jahre zusammenfanden, gehören zu ganzverschiedenen Regimentern, zum Fußvolke, zur Reiterei, zumschweren Geschütz, zur Genie- und zur Verpflegungstruppe.Welch ein volles Bild unseres Reichthums an Eigenthümlichkeitund Eigensinn! Und jetzt, da ich schließen will, seh' ich in dem-selben Jahre noch einen ganz neuen Kriegsmann zum ersten-male auftreten, Moritz Hartmann, einst lyrischer Dichter undliberaler Flüchtling, welcher so lange die harten Stiegen vesExils getreten. Nachgedrungen hat er lange nur die fränkischeBühne gesehen, und heitere Bilder sind ihm eingeprägt wordenvon der Scene. In einem zweiactigen Lustspiele,Gleich undGleich", hat er diese Eindrücke eingerahmt, aber der ernste Dichterhat dem Thema doch einen gelehrten Untergrund gegeben, auswelchem Sonnenblicke des Spottes und der Satyre spielen lönnen.Die dichterische Feder ist schärfer und spitzer geworden, je längerder Flüchtling erfahren hat, auf welchen weiten Umwegen dieWelt zu ihren Idealen marschirt, ach, marschiren muß. DasStückchen machte mit seinen gelehrten und abstracten Frauen-zimmern eine heitere Wirkung, und wir hoffen, daß diese an-genehme Antrittsvisite einen weiteren Verkehr eingeleitet habe.

Solch ein mannigfaltiges Jahr, mannigfach an dichterischenPersönlichkeiten, Stoffen und Formen, ist doch sehr anregend,und ein schöpferisches Theater bietet doch eine außerordentlicheFülle von geistigem Sauerstoffe. Machen wir uns klar, daßdies in solchem Maße nur auf dem deutschen Theater erreich-bar ist.

Aus dieser tiefen Verschiedenheit der Autoren ergiebt sich,daß unser deutsches Theater zu einem viel größeren Jnhalts-reichthume, zu einer viel größeren Mannigfaltigkeit der Formenberufen ist, als das französische, welches seiner Schablone sosicher ist daß unser Theater aber auch viel schwerer in Gangzu bringen und im Gange zu erhalten ist, weil die allgemeingiltige Form so schwer entsteht bei so verschiedenartigen Künstlern,bei so eigensinniger Geringschätzung der unleugbar nöthigenTheaterform.