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Das Burgtheater : ein Beitrag zur deutschen Theater-Geschichte / von Heinrich Laube
Entstehung
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Darin war er ganz wie ein Clown. Er suchte und brauchteum jeden Preis großes Gelächter. Im Mittelalter, das nochkeine Hofschauspieler kannte, wäre er gewiß ein Hofnarr ge-worden. Er hatte dafür die ausgesprochenste Fähigkeit und auchdie stärkste Neigung. Die regierenden und vornehmen Herrenwaren ja auch heutigen Tages immer und überall beflissen, ihnin ihrer Nähe zu haben, und er war äußerst beflissen, in solcheNähe zu kommen. Er versicherte zwar immer, wenn er aufge-fordert wurde zu komischen Vorträgen, daß er leider gar keineHilfsmittel, nicht einen lumpigen Zettel bei sich habe; aberwenn er nun in Schuß kam, da zog er, wie Falstaff, unbekümmertum die kleine Lüge, aus allen Rocktaschen die Zettel hervor, aufdenen die Schwänke und Witze skizzirt waren, welche er mitMeisterschaft vortrug, völlig ein Herr v. Kreuzquer in denPagenstreichen", den er wie ein vollendeter Taschenspielerdarstellte.

Lasse man sich jedoch durch diese Ausstellungen nicht verleiten,seine schauspielerische Begabung geringzuschätzen. Er besaß siein hohem Grade. Er verleugnete sie nur vielfach aus Eitel-keit, aus Furchtsamkeit, aus Mangel an Charakterkraft.

Aus Eitelkeit, weil es ihm unerträglich war, auf der Scenenicht den entscheidenden Ton angeben zu dürfen. Aus Furcht-samkeit, weil er seinen Ruf, seine Bedeutung bedroht glaubte,so lange er auf der Scene nicht der Hahn im Korbe wäre undin enger Begrenzung erscheinen müßte. Aus Mangel an Cha-rakterkraft, weil er eben nicht den festen Sinn besaß, sich mitdem zu begnügen, was irgend eine Entsagung heischte. Seienwir billig! Ist denn auch fester Sinn vereinbar mit der Fähig-keit, welche er besaß? Diese Fähigkeit bestand ja vorzugsweisedarin, auseinanderzugehen in leichter Anwendung seines flüssigen,witzigen Geistes. Wäre er festen Sinnes gewesen, so hätten jaeben die hundert Späße nicht heraus gekonnt, die ihm aus allenKnopflöchern sprangen.

Die komische Kraft in ihm bestand übrigens nicht aus demgroben Material eines urwüchsigen Komikers, der nur den Mundzu öffnen braucht, um Lachen zu erregen. Sie bestand aus einerfeinen Mischung. Er war nicht nur behaglich, wie es der Ko-miker ist, in seiner Komik war immer ein Funke Geist. Er warin der Behaglichkeit immer darauf bedacht, Salz zu gewinnen