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Das Burgtheater : ein Beitrag zur deutschen Theater-Geschichte / von Heinrich Laube
Entstehung
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Wolter am hellsten glänzen. Sonnenthal als geistvoller Lieb-haber, begabt mit wohlthuender Liebenswürdigkeit, mit Feinheitdes Herzens und mit den Formen eines edlen Wesens, der ersteSchauspieler in diesem reichen Fache, welchen Deutschland jetztbesitzt.

Lewinskp entwickelt das volle Trachten eines soliden Charakter-spielers, welcher unter eisernem Fleiße literarischer Bedeutungnachstrebt in seiner Kunst und nie daran glauben wird, aus-gelernt zu haben. Förster hat die reiche Bildung eines begabtenMenschen, der für seinen künstlerischen Beruf zu jeder Arbeit,zu jeder Hingebung bereit ist, und der für den deutschen Schau-spieler durchweg die höhere und höchste Bedeutung in Anspruchnimmt. Die Jüngsten aber, Hartmann, Krastel, Schöne, sindausgestattet mit allen guten Eigenschaften einer Jugend, welcheIdeale im Herzen trägt und sich nie genug thut. Hartmannfür unmuthige, geistig bewegte Liebhaber. Krastel für feurigeund leidenschaftliche, ein Nachfolger des alternden Wagner.Schöne für jene ehrliche und bescheidene Komik, welche unslachen macht ohne Absichtlichkeit und welche uns lachen machtunter herzlichem Wohlwollen.

Die jungen Damen endlich umfassen den ganzen Umfangweiblicher Liebenswürdigkeit und künstlerischen Reizes. FräuleinWolter ist das starke Naturell der Leidenschaft, welches sich derartistischen Leitung bedürftig weiß und unter artistischer Leitungdramatische Wirkungen erreicht von eminenter Gewalt. FräuleinBognar die ansprechende Weiblichkeit, welche sich im Lust-,Schau- und Trauerspiele gleich wohlthuend ausprägt. FräuleinBaudius die junge Weltdame, welche, selbst geistreich, mit dengeistigen Hilfsmitteln einer Rolle behende zu spielen verstehtund das moderne Stück charakteristisch zu beleben weiß. End-lich Frau Hartmann-Schneeberger mit der gewinnenden Natür-lichkeit eines unbefangenen fröhlichen Wesens, welches echtempfindet und welches diese Empfindung einfach ausdrückt.