Buch 
Ludwig Häusser's Geschichte des Zeitalters der Reformation : 1517-1648 / Herausgegeben von Wilhelm Oncken
Entstehung
Seite
509
JPEG-Download
 

Der protestantische Bund: England, Holland, Dänemark. 509

jesuitische Ränke (Februar l 624), traten mit Eröffnungen vor dasParlament, die von diesem mit großer Freude und der Versiche-rung begrüßt wurden, daß esmit Leib und Leben die wahre Reli-gion und das Recht der königlichen Kinder zu vertheidigen" bereit sei,und als dann Mansfeld nach London kam, wurde er von der ge-stimmten Bevölkerung bis zu der höchsten Aristokratie hinauf alsder Held der Glaubensfreiheit mit unermeßlichem Jubel gefeiert.

Bei dem bekannten Wankelmuth der Regierung Jakobs undBuckinghams war auf ein nachhaltiges kriegerisches Eingreifengleichwohl nicht zu rechnen, mit seinem Nachfolger Karl I. (seitMärz 1625) kam mehr Schwung in die Angelegenheit und derprotestantische Bund ward endlich zur Thatsache. Im Haag kamam 9. December 1625 ein Vertrag zwischen England, Holland,Dänemark zu Stande, der eine große Expedition auf dem Conti-nent, zur Bekämpfung Habsburgs und zur Wiedereinsetzung desPfalzgrafen zuin Gegenstände hatte.

Vorher war schon mit Gustav Adolf von Schweden unter-handelt worden, aber man hatte sich über die Bedingungen nichteinigen können und die vorsichtige schwedische Politik hatte dieSache darum als zu verwegen und weit aussehend von der Handgewiesen.

England war vermöge seiner ganzen Machtstellung außerStande, den Krieg in Deutschland selbst und unmittelbar zu führen,Holland war in derselben Lage, beide mußten sich auf Zahlungvon Subsidien an einen Kriegsfürsten des Festlandes und Mitwir-kung ihrer Flotte an der Küste beschränken.

König Christian IV. von Dänemark erklärte sich zur Inter-vention bereit. Er war als Herzog von Schleswig-Holstein deut-scher Reichsfürst, von dem niedersächsischen Kreise zum Kreisober-sten ernannt und hatte, neben der Hoffnung, sich in Norddeutschlandzu bereichern, ein dringendes Interesse daran, daß der katholischenRestauration Einhalt geschehe.

Was das dänische Königthum jetzt war, war es allein durchdie Reformation mit ihren politischen und kirchlichen Consequen-zen geworden. Von Schleswig, Holstein, Jütland aus hattenFriedrich I. und Christian III. den Zutritt der Reformation nachdem eigentlichen Reiche vermittelt, durch die Erschütterung derweltlichen und geistlichen Feudalität ihrer Krone erst Werth und