Buch 
Ludwig Häusser's Geschichte des Zeitalters der Reformation : 1517-1648 / Herausgegeben von Wilhelm Oncken
Entstehung
Seite
544
JPEG-Download
 

544

Neunter Abschnitt. K 34.

Mischen Frieden die Mündungen der Oder, Weser und Elbe, Pom-mern, Bremen und Verben, kurz dieganze Bastion der KroneSchweden" wie Axel Oxenstjerna sich auszudrücken Pflegte; es warein ungeheures Reich rings um die Ostsee in der Gewalt desfrüher ärmsten aller Küstenstaaten.

Bis Ende der zwanziger Jahre dauert der dritte und letzteKrieg mit Polen. Der Gegensatz zwischen Polen und Schwedenwar durch den Thronstreit der beiden Wasalinien auf's Aeußerstegeschärft. Der schwedische König wurde in Polen laut ein Usur-pator gescholten, mit all seinen Feinden hing Sigmunds katho-lischer Anhang zusammen und die polnische Ostseeküste war alleinschon Grund genug, den Zankapfel zwischen Beide zu werfen.Der letzte Krieg war auch der glücklichste für Schweden.

In dem Waffenstillstand, durch den er im September 1629beschlossen wurde, erhielt Schweden Elbing, Braunsberg,Pillau, Memel und seine Ansprüche auf die Ostseeländer gleich-falls anerkannt.

In dieser achtzehnjährigen Kriegszeit war nicht nur einungeheures Reich erobert worden, es hatte sich auch eine Schulevon Feldherren und Kriegern emporgebildet, wie sie Europa seitdem Niedergang der spanischen nicht mehr auszuweisen hatte. Eswar darum ein seltsames Ding, daß man in Wien, als die Nach-richt von der Landung Gustav Adolfs kam, im Staatskalendernachschlug, um zu sehen, wo denn eigentlich das Reich des kleinenGothenkönigs liege.