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Briefe der Elisabeth Charlotte von Orléans 1673 bis 1715 / Ausgewählt, mit Einleitung und Anmerkungen versehen von Ludwig Geiger
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238 Briefe der Elisabeth Charlotte von Orlüans.

zu Plagen, ist Euch, liebe Louise, nicht zu raten. Ich habelängst gehört, daß er sich durch ein Mensch regieren läßt, mitwelcher er Kinder hat; das benimmt ihm alle Lieb vor seine

rechte Kinder und da ist kein Rat zu. Mich deucht, weilen er

sich so durch das Mensch regieren läßt, so müßte man suchen,das Mensch zu gewinnen, oder bang zu machen. Ohne dashättet Ihr noch in der Welt genug zu leiden; erstlich, so seidIhr die gesündeste nicht, leidet also oft in diesem Stück, zumandern, so erweist Euch Kurpfalz auch Ungerechtigkeit genug,um in diesem auch zu leiden, also gar nicht nötig, daß Ihrmehr leidet, liebe Louise! Mit Eure Freundschaft vor Eure

Verwandten folgt Ihr die französische Regel nicht, sie sagt:

(Marita dien orckonnss oorninsnos xar soi insins.") DerPrinzeß von Wales letztes Schreiben habe ich nicht empfangen,wie ich schon vergangenen Dienstag gesagt habe. Ich muß nocheinmal sagen, daß die Engländer wohl falsche Leute sind, aufKönigs Jörgen Krönungstag sich so erfreuet zu stellen, in derZeit, daß sie ihren jungen König holen lassen.

An dieselbe.

(209) Paris, 10. Dezember 1715.

-Die Historie von der Dame, so einen Schiff-

mann geheiratet, ist possierlich und gemahnt mich an eine, sodiesen Sommer Vorgängen. Eine Dame in Lothringen, so Ma-dame de Rosiäres heißt, wollte ein Fräulein besuchen, so inder Nachbarschaft wohnte und vom Haus Choiseul war. Wirkennen sie alle gar wohl, sie ist tiUs ckVonusur bei der Duchessedu Maine gewesen. Madame de Rositzres, wie schon gesagt,fuhr zu Mademoiselle de Choiseul, man sagt, sie soll 'naus inihre Kammer gehen. Wie sie in die Kammer kommt, findet sieMademoiselle de Choiseul im Bett mit ihrem Gärtner, soGrandcolas heißt. Madame de Rofisres erschrak und sagt:

don Visu, wackoinoisslls, gn'sot os gus rasn sarcki-nisr Mit äans vokrs Ut?" 2) Mademoiselle de Choiseul ant-wortete, er wäre in in ihrem Bett, weilen er ihr Mann wäre,

Verständig geleitete Liebe fängt bei sich selbst an."

2 )Aber, mein Gott, Fräulein, was macht denn mein Gärt-ner in Ihrem Bett?"